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Veröffentlicht am 4.11.2010 | von David

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A SINGLE MAN – Filmkritik

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„For the first time in my life I can’t see my future. Everyday goes by in a haze, but today I have decided will be different.“

(George Falconer – A Single Man)

Los Angeles. Wir schreiben den 30. November 1962. Für George Falconer (Colin Firth) soll dies kein gewöhnlicher Tag sein. Denn dies ist der Tag an dem der Englisch Professor  beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen.
Grund dafür ist seine anhaltende Trauer über den tragischen Tod seines Lebenspartners Jim, der vor acht Monaten bei einem Autounfall ums Leben kam. An starken Depressionen leidend, sieht George deshalb keinen anderen Ausweg, als am Abend diese Welt zu verlassen. Doch zunächst muss der pedantische Engländer noch einige Vorbereitungen treffen, um sein Ableben planmäßig durchführen zu können.

Jedoch: Der letzte Tag seines Lebens verläuft für George ereignisreicher, als er es sich zunächst vorgestellt hat. So trifft er neben seiner langjährigen Freundin Charley (Julianne Moore), die immer noch Gefühle für ihn hat, und Carlos (einem spanischen Gigolo) auch auf den jungen Kenny Potter (gespielt von Skins‘ Nicholas Hoult). Nach einem aufwühlenden Vortrag zeigt Kenny, der einer von Georges Studenten ist, reges Interesse an seinem Professor.

So entwickelt sich in „A Single Man“ eine intensive Erzählung voller Selbstreflektionen, Rückblicken und schmerzlicher Erinnerungen, die vor allem durch die vielfältigen Begegnungen der trauernden Hauptfigur getragen werden und eine reichhaltige, zuweilen sogar sehr lustige, Charakterisierung eines traurigen Mannes offenbart.
Colin Firth legt mit seiner Darstellung von George Falconer wohl die Performance seines Lebens hin und trägt mit dazu bei, dass „A Single Man“ trotz vieler ruhiger Passagen nie langweilig wird. Aber auch seine Schauspielerkollegen glänzen durchweg mit einer überzeugenden Darbietung, was den Film des Hollywood-Debütanten Tom Ford zu einem stimmigen und hervorragenden Drama macht, das auch durch seine interessante Kameraarbeit und dem Spiel mit verschiedenen Sättigungsgraden (die die emotionale Ebene der Hauptfigur widerspiegeln) begeistern kann. Alles in allem ist „A Single Man“ daher für mich ein sehr sehenswerter Film für alle, deren Filmgenuss nicht schon bei „Transformers“ aufhört.

4von5111

A Single Man (USA 2010)
Regie: Tom Ford
Darsteller: Colin Firth, Julianne Moore, Nicholas Hoult, Matthew Goode, Jon Kortajarena, Paulette Lamori, Ryan Simpkins
Auf DVD/Blu-Ray seit: 27. August 2010, Universum Film GmbH

httpvh://www.youtube.com/watch?v=aypyJtHzC70

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