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Veröffentlicht am 17.01.2011 | von Dominik

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BORED MAN OVERBOARD – Rogue

Abigail hold on,
suns coming up,
terrible night, rain never stopped,
hearts in denial, babe and I tried to scream,
why you walked off and I’m your medicine.
Eyes are wide open, but won’t let me through…

(Bored Man Overboard – Abigail)

Der Schnee ist weg, die letzten Böllerleichen verunglimpfen zwar noch die Straßen, aber der Alltagstrott 2011 hat schon wieder eingesetzt – wohl auch bei unseren Freunden von Hazelwood Vinyl Plastics, denn die veröffentlichen just dieser Tage mal wieder CDs. Eine hat es uns ganz besonders angetan: „Rouge“ vom schwedischen Indiekollektiv Bored Man Overboard. Nach diversen EPs und erstem Ruhm („Sinner Song“ fand gar den Weg in den Trailer zur US-Serie „Dexter„) heißt es also Debütalbum für die sieben Schweden!

Zwischen 20 und 22 Jahren alt sind die sieben Bandmitglieder, wo man hier schnell auf die Idee kommen könnte die nächste Indie-Rock-Mando-Diao-Trittbrett-Kombi vorgesetzt zu bekommen, wird man überrascht: Die Songs der Schweden bewegen sich in der Folk-Sparte, Einflüsse wie Connor Oberst werden genannt, die Presse spricht von einer verlangsamten Version von The Gaslight Anthem bzw. bezeichnet die Band als „die skandinavischen Arcade Fire„. Ein Vergleich der noch viel Näher liegt ist allerdings der mit der amerikanischen Überband The National, was hauptsächlich daran liegt, dass sich die tiefen Stimmen von David Khan und Nationl-Frontmann Matt Berninger sehr ähneln. „Cardcastle“ beispielsweise könnte auch vom letztjährigen „High Violet“ stammen.

Doch zurück zu „Rogue“: Der Opener „Abigail“ entwickelt sich von „nur“ Gitarre und Gesang zu einer fast orchestralen Komposition mit Piano, Violine und Trompeten – Noah And The Whale lässt grüßen, das Herz schlägt schneller! „Wedding Dress“ lässt es dagegen etwas gediegener angehen, bleibt aber ähnlich schön! „Wealth & Cry“ beginnt schon direkt etwas treibender, mitsamt verzerrten Gitarren und eineinhalb-minütigen Instrumental-Intro und Joe Cocker-Geröhre gegen Ende.

Schlechte Songs gibt es auf dem Album nicht, doch drei Highlights haben wir noch ausgemacht: „Vanising Show“ als gemächlich wachsenden Song, der gegen Ende hin in einer Mischung aus Chaos und Verzweiflung in sich kollabiert – groß! „9th Grade“ ist ein weiterer Song, der nach dem Prinzip ruhiger Beginn, Einsatz Streicher, Break, komplette Kapelle zum tollen Ende hin, funktioniert – warum auch nicht? „Wine„, das schon zuletzt auf der „Sinner Song EP“ vorzufinden war, schließt das Debütalbum in neuem, noch größerem Gewandt ab und lässt einen beglückt zurück. Bored Man Overboard – eine Band, die weiß was sie tut und was sie kann – nochmal!

Bored Man Overboard – Rogue
VÖ: 21. Januar 2011, Hazelwood Vinyl Plastics
www.boredmanoverboard.com
www.myspace.com/boredmanoverboard

Leider gibt es noch kein Video der Band – daher hier ein kleiner Live-Eindruck in mittlerer Qualität:

httpvh://www.youtube.com/watch?v=UStYMlk7-nY

Bored Man Overboard-Tour:
18.01.11 Glocksee Hannover
20.01.11 Astra Stube Hamburg
21.01.11 Karoshi Kassel
22.01.11 Yellowstage Frankfurt
25.01.11 Stadtgarten Erfurt
26.01.11 MUZclub Nürnberg
27.01.11 Objekt 5 Halle
28.01.11 Ostpol Dresden
29.01.11 Projekt 7 Magdeburg

Bored Man Overboard – Abigail by hazelwoodtourism

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