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Veröffentlicht am 5.02.2011 | von Dorota

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ESBEN AND THE WITCH – Violet Cries

soldier on to this
marching song
head held high
with eyes fixed strong

drum beat died
cymbal crash down
the mud it is thick
with desires to drown

(Esben And The Witch – Marching Song)

Der Nightmare-Pop hält Einzug in unsere Ohren: Esben And The Witch lassen uns mit ihrem Debüt „Violet Cries“ erstarren und fordern uns mit mystischen Klängen, dass das Blut in den Adern erfriert. Dass wir euch trotz des hypnotischen Charakters dieses Album empfehlen, hat nicht unbedingt mit Hype zu tun, obwohl das Gerede und der schon jetzt aufblühende Erfolg von Esben And The Witch natürlich durch Blog-Propaganda entstand.

Ein dänisches Märchen ist der Namensgeber der britischen Band, die aus Daniel, Thomas und der Stimme Rachel besteht. Wer Informationen über das Trio sucht, kann auf myspace getrost verzichten, denn da gibt es keinen Anhaltspunkt wer und was diese Drei sind. Nur die Musik macht es lohnenswert sich dorthin einmal kurz zu verirren. Hilfreicher sind da Interviews und CD Rezensionen, die im Internet kursieren und dabei dem Geheimnis um Esben And The Witch auch nicht wirklich auf die Spur kommen. Gestartet wurde die unheimliche Gruppierung 2008 inklusive einer Gratis EP mit dem Titel „33„. Jetzt gibt es den Soundtrack zu den menschlichen Abgründen auf Langspielplatte.
Schon der Opener „Argyria“ bricht nach anfänglicher Zurückhaltung aus sich heraus, als ob Mauern und Türme zum Einstürzen gebracht werden müssten. Wichtigstes Werkzeug der Drei: Hall! Und zwar durchgängig durch das ganze Album und immer auf der Stimme, was Rachel zum einen Distanz verschafft und gleichzeitig wie Sirenen aus der griechischen Mythologie über uns herfällt, ohne die Worte komplett zu verwischen und unkenntlich zu machen. „Marching Song“ trommelt sich dann auch noch eine imaginäre Armee zusammen, in Kombination mit dem Video entsteht dann Bedrückung sowie Gewaltbereitschaft beim Zuhörer. Aber natürlich kracht es nicht durchgängig auf „Violet Cries“: es wird auch mal etwas ruhiger, wie bei „Marine Fields Glow“ ohne dabei an Düsternis zu verlieren. „Hexagons IV“ ist dann wohl der Titel, der alle Menschen an The XX erinnert, mit den Esben And The Witch durchgängig verglichen werden. Sie dürften aber eigentlich nur als böser Zwilling von The XX gelten, denn so romantische Songs wie „VCR“ gibt es hier nicht zu finden. Allerdings bleibt es auch nicht nur bei Schauer-Goth-Musik: „Warpath“ ist dann die sozialverträgliche Pop-Nummer und auch „Chorea“ kann sich etwas aus diesem Endzeit-Schleier der gesamten Platte lösen.
Insgesamt nimmt der zerstörerische Krawall Sound des Anfangs gegen Ende der Platte ab, obwohl genug Effekte und Horrorklänge, die zum Teil an Kreissägen erinnern, vorhanden sind.

„Violet Cries“ ist ein konzentriertes, sehr wirkungsvolles Album, das so manchen erschauern lassen wird und das zurecht. Genug von Pop-Prinzessinnen, wir wollen Abgründe und Verstörtheit, genau das was die Platte hervorrufen kann. Auf gar keinen Fall sind diese 10 Titel nur für den Grufti-Schockrocker geeignet. Auch schmalzige Indie-Typen können ihre Freude daran haben. Wir haben jedenfalls welche 😉

45von521

Esben And The Witch – Violet Cries
VÖ: 28.01.11, Matador/Beggars Group
www.myspace.com/esbenandthewitch
www.esbenandthewitch.co.uk

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