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Veröffentlicht am 6.02.2011 | von Lisa

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PASCAL PINON – Pascal Pinon

pascalpinon

The music is playing loud in my ears
I’m trying to evaporate alle my fears
(Pascal Pinon – New Beginning)

Pascal Pinon – der Bandname dieser musikalischen Formation lässt einen unmittelbar an französische Electro-DJs denken – was in diesem speziellen Fall aber weit gefehlt ist. Pascal Pinon ist das Pseudonym eines Frauen-Quartetts um die 16-jährigen Zwillinge Jofridur und Asthildur aus Island, das gerade sein selbstbetiteltes Debütalbum herausgebracht hat. Der Name stammt vom texanischen Performer Pasqual Pinon, der in den 20er Jahren in Freakshows und Monstrositäten-Kabinetts mit einem angeblichen zweiten Kopf (der in Wahrheit ein Tumor mit aufgeklebtem Gesicht war) auftrat – und deutet darauf hin, dass sich hinter der Band eine ähnliche Kuriosität verbirgt.
Zwei 16-jährige, können die sich im Indie-/Folk-Zirkus denn überhaupt behaupten? ist man versucht zu fragen. Durchaus!
Pascal Pinons Debütalbum ist voll von zarten Indie-Folk-Songs, begleitet von Akkustikgitarren, Glockenspiel, Flöten, ab und zu mal ein Piano, und elfengleichen mehrstimmigen Gesängen, mal auf Englisch, mal auf Isländisch. An und für sich nichts weltbewegend Neues, aber dennoch eben in Anbetracht des Alters der Bandmitglieder doch durchaus beachtlich.
„Árstioir“ ist Paradebeispiel dafür: eine Akkustikgitarre, ein vereinzelt eingestreutes Glockenspiel und eine gute Melodie – mehr Zutaten braucht es für einen simplen aber romantisch-verträumt-guten Song gar nicht, wie man feststellt.
Ein weiteres Highlight ist auch „I wrote a song“, einer der vereinzelten englischen Songs – ein melodiöser Song, fast schon Kinderlied-artig, über die Reue im Hinblick auf eine erste gescheiterte Liebe, für die man in verblendeter Verliebtheit einen Song schrieb, nur um hinterher festzustellen dass derjenige den Song überhaupt nicht wert war: „It’s all terrible shit / at least I know it today / I don’t feel that way no more / I wish I didn’t before.“ „It’s all terrible shit“ ist in Bezug auf den entstandenen Song jedoch sicherlich ein Understatement der feinsten Sorte.
“New Beginning” der darauffolgende Song schließt daran an – „The music is playing loud in my ears / I’m trying to evaporate alle my fears” heißt es darin, und weiter “I’m standing at a new beginning / the future may be looking bright / I’m still correcting myself of what is right / the time has never been on my side / things i may not understand are slightly getting out of hand / I don’t know anything at all”. Erstaunliche Einsichten für eine Handvoll Teenager, möchte man meinen. Und auch die Stimmfärbung der Zwillinge lässt sie wesentlich älter erscheinen – zu keinem Zeitpunkt traut man den Interpreten dieser Musik nur zarte 16 Lenzen zu, stattdessen zeigen sie für ihr Alter bereits absolutes songwriterisches Potential – vergleicht man sie mit populären musikalischen Altersgenossen wie Justin Bieber oder Miley Cyrus kann man nur staunen was die Isländerinnen an Reife und musikalischem Vermögen in ihren Songs spüren lassen. Sicherlich sind viele Songs simpel strukturiert, gehen oft nicht über drei Akkorde hinaus – müssen sie aber auch gar nicht. Oft funktionieren sie auch so.
Sicherlich ist das Album über die Länge hinweg von Zeit zu Zeit etwas wenig abwechslungsreich, und in vielerlei Hinsicht auch noch ausbaufähig – dennoch muss man diese Isländerinnen einfach aufgrund des in diesem Alter schon so offensichtlichen Potentials im Auge behalten.
35von51

Pascal Pinon – Pascal Pinon
VÖ: 3.Dezember 2010 (Morr Music)
www.myspace.com/pascalpinon
httpvh://www.youtube.com/watch?v=vjFwBWhlCc4

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