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Veröffentlicht am 2.04.2011 | von Dominik

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WILLIAM FITZSIMMONS – Gold in the Shadow



Cut me open, please!

(William Fitzsimmons – Psychasthenia)

Der Mann mit dem großen Bart und der wenigen Kopfbehaarung ist zurück: William Fitzsimmons ist angekommen in der allgemeinen Wahrnehmung der deutschen Singer-Songwriter-Fans und kann sich nach zwei sehr erfolgreichen Touren im letzten Jahr über eine große Fanbasis hierzulande freuen. Völlig zurecht wie wir finden, behandelt die Musik des Sohns zweier blinder Eltern bzw. des ausgebildeten Psychologen Themen wie Verlust, Reue und Vergebung ehrlich erzählt und musikalisch zwischen Unwetter und verhangenem Blick auf die Sonne. Also inhaltlich schwere Kost, die auch schon auf die Laune des Hörers schlagen kann. ‚Gold In The Shadow‚, sozusagen das neuste Manifest der Fitzsimmonschen Seelenlage, zeigt sich allerdings weitaus beschwingter als es aufgrund der bisherigen Discographie zu erwarten war.

Fitzsimmons, der offen zugibt, dass Musik machen für ihn auch ein Weg der Selbstheilung ist und der mit seinem letzten Album ‚The Sparrow And The Crow‚ die Scheidung von seiner Frau nach 10 Jahren Ehe zu verarbeiten versuchte, scheint mit seinem neusten Album einen Neuanfang zu wagen. Inhaltlich bedeutet das, dass die stark autobiographisch ausgeprägten Stücke zwar immer noch nachdenklich und melancholisch geblieben sind, jedoch weitaus weniger in die teilweise depressive Resignation des musikalisch stark zurückgehaltenen letzten ‚dunklen‘ Albums fallen. Eine Art ‚Lichtstrahl‘ schwingt durch die Lyrics, doch keine Angst, Fitzsimmons lässt sich nicht in Bedeutungslosigkeit mitreißen, sondern erzählt weiterhin Geschichten, seziert Gefühle und Situationen, mal geflüstert, mal im Duett mit Leigh Nash (‚Let You Break‚). Dazu kommt, dass das Album, nachdem stark allein auf den Inhalt fixiertem ‚The Sparrow And The Crow‘, auch musikalisch wieder aufblüht. ‚Fade And Then Return‚ beispielsweise enthält mal wieder elektronische Samples, ein Mittel mit dem der US-Amerikaner zu ‚Until When We Are Ghosts‚-Zeiten noch ausgiebiger spielte, ‚Bird Of Winter Prey‘ bedient sich ausgiebig an Streicher-Einsätzen – die intime Ansprache bleibt, die Komposition und die Songs wachsen. Nicht mehr nur für Regentage gut, der gute William…

William Fitzsimmons – Gold in the Shadow
VÖ: 25. März 2011, Grönland
www.williamfitzsimmons.com
www.myspace.com/williamfitzsimmons

httpvh://www.youtube.com/watch?v=s1ird5FJcGA&feature=channel_video_title

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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