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Veröffentlicht am 14.06.2011 | von Julian

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WHOMADEWHO – Knee Deep

We’re alive, it’s a miracle,
we’re alive, it’s a miracle,
WhoMadeWho who made you do what you do,
WhoMadeWho who made you do what you do.

(WhoMadeWho – We’re alive, it’s a miracle)

Große Erwartungen werden erzeugt, liest man immer und überall, dass ‚Knee Deep‚ lediglich der Überdruss war, der auf dem eigentlichen Album keinen Platz hatte. Das “richtige” Album soll dann Ende des Jahres erscheinen. Bis dahin gibt man sich aber sehr gerne hiermit zufrieden.

Die Legende geht so: Tomas Barfod, Jeppe Kjellberg und Tomas Hoffding bewohnen für rund einen Monat jeweils ein Zimmer in einem halb errichteten Hotel am Hafen Kopenhagens und arbeiten an Material für ein Album. Unabhängige Arbeitsprozesse führen zu unterschiedlichen Strömungen und ein Bestehen auf Homogenität lässt sie die Tracks in zwei Alben aufzusplitten. ‚Knee Deep‘ soll dabei mit gerade mal 8 Tracks und ein paar Remixen der düstere Vorbote sein für ein “melodischeren und radiotauglicheren Longplayer”, so das Label. Dessen Release ist für Ende des Jahres geplant.

Man mag diese Wende hin zu dunkler Ästhetik durchaus als unerwartet bezeichnen. Was 2004 angefangen hat mit einer EP, welche den Titel ‚Two Covers for Your Party‚ trug und mit spielerischem Disco-Witz Mr. Oizo und Benny Benassi coverte ist 2011 eine ernste Angelegenheit. Ein abgebranntes Zuhause, Hochzeits-Depressionen und Label-Probleme gaben Anlass dafür, ‚Knee Deep‘ mit ernster Elektronik statt mit Upbeat-Disco zu zeichnen.

There’s An Answer‚ bildet mittels Bass-Fagott und Synth-Ensemble einen dunklen Untergrund für Hoffdings helle Stimme. ‚Every Minute Alone‚ ist als erste Single des Albums das bandlastigste Stück und verliert sich erst innerhalb des Tracks in immer elektronischere Spielarten hin zu Rave-Elementen. Ähnliches gilt für ‚Musketeer‚, das dabei aber komplett auf Vocals verzichtet. ‚Two Feet Off The Ground‚ ist energiegeladener Analog-Techno mit live-Drumming und ‚We’re Alive, It’s A Miracle‚ Psychedelik, die nicht nervt. Besonders nennenswert ist der Remix von Michael Mayer zu ‚Every Minute Alone‘, der sich irgendwo zwischen Club-Euphorie, Tristesse und Pop bewegt.

Wie WhoMadeWho, übrigens nach einem AC/DC-Album benannt, ins Kompakt-Rooster passen sollen ist demnach auch leicht zu beantworten. Nicht nur, dass eine durchgehende Bassdrum eine nicht unterzuordnende Rolle auf der Platte spielt, zeichnet sich das Label doch seit einigen Jahren vor allem dadurch aus, seine eignen Grenzen zu überschreiten (wir erinnern uns an 2005, als Tocotronics ‚Pure Vernunft Darf Niemals Siegen‘ als Single auf Kompakt released wurde).

Man darf sehr gespannt sein, was Ende des Jahres auf uns wartet, denn zwar fehlen ‚Knee Deep‘ zum Top-Album ein paar geniale Momente, ist das hier aber lediglich jenes Material, dem man auf dem kommenden Album keinen Platz einräumen wollte, darf man großes erwarten.

WhoMadeWho – Knee Deep
VÖ: 25. April 2011, Kompakt
www.myspace.com/whomadewhomusic
www.whomadewho.dk

httpvh://www.youtube.com/watch?v=9MyaEE4hATE

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