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Veröffentlicht am 17.09.2011 | von Fred

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FUTURE ISLANDS – On The Water

And you can go to the moon
But if you want something to change
You gotta change your life
And take your time
It just takes time
It just takes time
It just takes time
Hard work and your time

(Future Islands – Balance)

Mit ‚On The Water‘ veröffentlichen die Future Islands ihr drittes Album. Auch dieses mal läuft einem immer wieder ein kleiner Schauer über den Rücken, wenn Samuel T. Herring mit seinem kratzigen und tiefen Organ loslegt. Eine Stimme, die nach Schmirgelpapier und Zigaretten klingt. Eine Charakterstimme die prägend für den Sound der Band ist, aber trotzdem niemals alleine im Vordergrund steht. Auf ‚On The Water‘ finden die Future Islands zu ihrer bisherigen Höchstform und man muss sich zwangsläufig die Frage stellen, wieso diese Band nicht bekannter ist.

Die Future Islands haben ihren emotionalen und leidenschaftlichen Synthpop/Post Wave-Punk Sound noch mal verfeinert und bestechen wieder durch eingängige Hooks, grossartige Melodien und pumpende Rhythmen. Das Album wurde, genau wie der Vorgänger, von Chester Enders Gwazda produziert und spielt in jedem Moment mit dem maritimen Thema, welches ja schon im Titel angedeutet wird. Schon der Titeltrack und Opener ‚On The Water‘ eröffnet mit klirrendem Glockenspiel und schlägt einem wie eine Brise kalter Meeresluft direkt ins Gesicht. ‚Before the Bridge‚ zieht den Hörer vom Meeresrand direkt in Unterwasserwelten hinab: Echoende Töne, die einen wunderbaren Rahmen für Tiefseeromantik bieten und an vom Meeresgrund reflektierte Walrufe erinnern. Gekrönt wird der Track durch einen für die Band geradezu aufbrausenden Chorus. Mit den Tracks ‚Ocean‚ und ‚Where I Found You‚ geht es aufs Festland zurück. In ‚Where I Found You‘ singt Samuel T. Herring ergreifend über eine verflossene Liebe, der Song wird von sich brechenden Wellengeräuschen eingefasst. ‚Balance‚ hingegen kommt mit einem Upbeat-Vibe daher und motiviert den Hörer zum weiteren Verweilen. ‚Grease‚ beschliesst das Album und schafft mit dem selben Glockengeläut, wie auf dem Opener ‚On The Water‘, einen sehr runden Eindruck. Man wird wieder in die Realität des grauen Alltags entlassen und fiebert sofort dem nächsten Trip mit den Future Islands entgegen.

Mit ‚On The Water‘ legen die Future Islands kein komplettes Konzeptalbum vor, beweisen aber planerisches Geschick. Das Album schafft es mit seinem langsamen und reduzierten Sound zu überzeugen und obwohl fast nur Balladen vertreten sind, kommt keine Langeweile auf. ‚On The Water‘ ist das bisher reifste Werk der Future Islands und kann auf ganzer Linie überzeugen. Und an der Popularität der Band kann man ja etwas ändern. Wenn man dieses Pop-Juwel nicht für sich selber behalten will.

Future Islands – On The Water
VÖ: 14. Oktober 2011 (Thrill Jockey/Rough Trade)
http://future-islands.com
www.myspace.com/futureislands


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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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