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Veröffentlicht am 1.10.2011 | von Fred

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KASABIAN – Velociraptor!

Switchblade smiles, they go on for miles and will be forever
Now we stand together, there’s no denials
Much too soon for the wooden spoon, can you hear the knocking
Now your feet are stomping around the room (Oh! Oh!)
Can you feel it coming? Can you feel it coming?
Can you feel it coming? Can you feel it coming?

(Kasabian – Switchblade Smiles)

Kasabian sind eine der wenigen aktuellen Bands, die von Oasis geschätzt und akzeptiert wurden. Das macht auch Sinn, wenn man sich die Ähnlichkeiten der beiden Formationen ansieht: Absolute Selbstüberschätzung, endloses Hypen von Seiten der UK Presse und der Fluch des unerreichbaren ersten Albums. Auch zum Erscheinen der aktuellen LP hat sich an an der Großmäuligkeit Kasabians nicht all zu viel geändert: Schon der Name des vierten Longplayers ‚Velociraptor!‘ mit dem markigen Ausrufezeichen im Titel, deutet an wohin die Reise geht. Wenn Gitarrist Sergio Pizzorno ‚Velociraptor!‘ als modernen Klassiker und Meilenstein tituliert, weiß man nicht so ganz, was man davon halten soll. Frontmann Tom Meighan setzt sogar noch einen drauf und behauptet: „This record will change people‘s lives“. Was man ihnen auf jeden Fall abnimmt ist die gekonnte Inszenierung und Rock N Roll Poserei. Doch wie gut ist ‚Velociraptor!‘ wirklich?

Was Kasabian auf ihrem vierten Studioalbum abliefern, ist eben keine große Überraschung, sondern eine allenfalls konsequente Weiterentwicklung des Vorgängers. Und damit wir uns richtig verstehen: ‚The West Ryder Pauper Lunatic Asylum‘ war ein gutes Album. Psychodelische Verspieltheit gepaart mit klassischem Brit-Rock und einer Prise Stadionhymnen. Die Mischung wusste zu gefallen und funktionierte auch live fantastisch. Diese Richtung wird auch weiterhin eingeschlagen und durch einen elektronischeren Unterbau verfeinert. Ein gutes Beispiel dafür, ist die erste Single ‚Days are forgotten‘, die wie eine Reminiszenz an ihren ersten Hit ‚Club Foot‘ erinnert. ‚Kiss Goodbye‘ überzeugt mit harmonischen Melodiebögen und ist verdammt eingängig. Schon hier kann man die ersten Beatles Zitate erkennen, von denen das Album nur so vollgestopft ist. Oftmals sind es nur musikalische Verweise, aber im Song ‚La fee verte‘ findet man sogar eine textliche Hommage an ‚Lucy in the sky with diamonds‘, wenn es heißt „I see Lucy in the sky/ Telling me I’m high“. Dann ist da noch ‚Acid Turkish Bath (Shelter trom the storm)‘. Durch die orientalisch und psychedelisch angehauchten Sounds schaffen es Kasabian Abwechslung in ‚Velociraptor!‘ zu bringen. Abwegig ist das nicht, wenn tolle Chöre an Orgeln vorbei ziehen, die von den Gitarren getreten werden. Je weiter man sich sich das Album dreht, desto mehr bestimmen Synthies das Klangbild. ‚Velociraptor!‘ wird immer weicher, glatter und anschmiegsamer. Und immer besser. Natürlich gibt es auch die schnellen, kraftvollen Songs wie ‚Switchblade Smiles‘ oder ‚Velociraptor!‘, zu denen in bester ‚Club Foot‘ Tradition das Tanzbein geschwungen werden kann.

Kasabian sind einfach eine Band der alten Schule, die es nicht interessiert was die Presse über sie denkt. Wer würde einem Album sonst den zweifelhaften Namen Velociraptor! geben? Vor allem: Wer traut sich heute noch so eine Erklärung anzufügen, wie „Velociraptors used to hunt in packs of four. They were the rock’n’roll band of the dinosaurs.“? Obwohl die Songs auf Velociraptor! gut sind, fehlt dem Album der rote Faden. Die Tracks sind alleine für sich alle super und richtige Ausfälle gibt es nicht. Aber ein wenig mehr Homogenität würde der Platte sehr gut tun. Trotz allem: Kasabian entwickeln sich, wenn auch mit kleinen Schritten, weiter und sind wahrscheinlich eine der letzten großen englischen Rock Bands. Zu Recht.

Kasabian – Velociraptor!
VÖ: 16. September 2011 (Smi Col / Sony Music)
www.kasabian.co.uk
www.myspace.com/kasabian

<a href="http://vimeo.com/29236684">http://vimeo.com/29236684</a> 

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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