Reviews

Veröffentlicht am 7.11.2011 | von Dorota

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BJÖRK – Biophilia

The perfect match, you and I
You fail to resist
My crystalline charm, you do

Like a virus, patient hunter
I’m waiting for you, I’m starving for you
Ooo-ooo-ooo-oooh
Ooo-ooo-ooo-oooh

(Björk – Virus)

Björk gehört zu einer der außergewöhnlichsten Künstlerinnen mit ausgefallener, interessanter, vielleicht auch anstrengender Musik. Kein Wunder, dass eine CD Kritik zu ihrer neuen Platte „Biophilia“ nicht einfach von der Hand zu schreiben ist.
Ich, als große Björk-Bekennerin, suche Worte, die meine Wertschätzung ausdrücken, die Björk gerecht werden, ohne übertrieben in den Himmel zu loben. Aber einfach ist das nicht, denn was genau macht diese Frau aus? Experimentelle Musik? Die Wandelbarkeit ihrer Erscheinung? Die verschiedenen Themen, die sie in ihrer Arbeit versucht umzusetzen? Puh, keine Ahnung…
Was sie diesmal auf ihrem Album veranstaltet, ist auf keinen Fall etwas zum Dauerhören. Zu anstrengend ist die Verarbeitung für die radiotauglich geprägten Ohren. Auf „Biophilia“ – wörtlich übersetzt „Liebe zum Leben“, geht es um Natur, um den Menschen, um die Beziehung zueinander. So sind die Titel auf der Platte auch gewählt: „Moon„, „Virus„, „Crystalline“ etc…
Aber was dazu schreiben? Vielleicht können ein paar Instrumente zur Beschreibung helfen: da haben wir Glockenspiele, Orgeln, antreibende Beats – damit werden dann Atmosphären und Klänge produziert, die stark an Neue Musik erinnern, um sich dann zum Teil in Drum ’n‘ Bass Sequenzen umzuwandeln. Aber ist das wirklich das, was den CD-Inhaber erwartet? Das sind auch nur Begriffe, die nicht wirklich erklären, was dort innerhalb von 10 Titeln passiert.

Björk war noch nie die Mainstream Künstlerin. Meiner Meinung nach sind auch viele Menschen, die sie mögen gar nicht so experimentell veranlagt, sprich: es gibt niemanden den ich kenne, der nur so „Björk-Musik“ hört. Eher hört man das Album, denkt „toll“ oder „wasn das?“ und widmet sich dann wieder seiner vorgefertigten, handzahmen Playlist.
Warum Björk aber so eine Faszination auslöst, versteht man immer noch nicht, besonders nicht wenn man ihre Alben komplett durchhört. Da sind immer Ausreißer, Mutationen, Ungewöhnliches, aber auch manchmal großer Pop (man denke an „It’s oh so quiet„). Eventuell ist auch einfach ihr musikalischer Fortschritt eine Besonderheit: das Album gibt es nicht nur auf CD und als Download, nein auch eine App wird entwickelt, die visuell und musikalisch neue Zugangsmöglichkeiten in das Universum von Björk und Biophilia bietet.

Wenn man eigentlich eine aus der Reihe fallende Kritik schreiben wollte und sich das jetzt so anschaut, macht sie optisch keinen Unterschied zu einer „Standard“ Kritik. Inhaltlich möchte und kann ich das Album nicht auseinander nehmen bzw. beschreiben, außer vielleicht, dass es hypnotisierenden Charakter hat, melodisch und textlich. Allerdings ist das eigentlich schon die einzige Auskunft, die ich geben kann. Für Björk gelten eben andere Regeln und Gesetze. Deshalb werden diesmal auch KEINE Diskokugeln verteilt. Wer etwas mit Björk anfangen kann, wird sich das Album anhören und seinen eigenen Weg dazu finden. Wer noch nie einen Zugang zu Björk hatte, der wird auch diesmal nicht überzeugt werden.
Das Wichtigste ist eigentlich der Mut von Björk sich so der Öffentlichkeit zu präsentieren und ihr eigenes Konzept zu erarbeiten – egal ob es gefällt oder nicht, verstanden wird oder undurchdringlich bleibt – und allein dafür kann man heutzutage nicht oft genug den Hut ziehen.

Björk – Biophilia
VÖ: 7. Oktober 2011, Polydor
http://bjork.com 

httpvh://www.youtube.com/watch?v=MvaEmPQnbWk

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