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Veröffentlicht am 9.12.2011 | von Benjamin

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KITSUNÉ MAISON 12 – The Good Fun Issue

I tell you what it is on my mind,
I only want to be in your recordcollection.

(Mark Ronson & The Business Intl – Record Collection 2012 (Plastic PlatesRemix))

Alljährlich erfreut das hippe französische Mode- und Musiklabel Kitsuné mit zwei Samplern im Frühjahr und Herbst. Dass in Sachen A & R hier nicht gekleckert sondern geklotz wird, spiegelt nicht nur die Tatsache wider, dass Künstler von Kitsuné maßgeblich den New Rave-Hype nicht nur geprägt sondern sogar verursacht haben – beispielsweise Digitalism, Hot Chip und Metronomy fanden sich auf der ersten Compilation. Das Gespür für potenzielle Hits konnte über die Zeit aufrecht erhalten werden, so starteten Is Tropical in diesem Sommer recht ordentlich durch, nachdem ihr Song „The Greeks“ auf Ausgabe #11 der Kitsuné Maison erschien. Gleiches kann man auch von Azari & III, die einen fantastischen Remix besteuerten, um kurze Zeit später ihr Debütalbum auf Turbo zu veröffentlichen.

Was die Hits auf der aktuellen Ausgabe anbelangt, kann man vielleicht etwas skeptischer sein. Leicht herauszuhören ist allerdings, dass man in Frankreich wohl nicht so recht an ein Ende des New Rave glauben mag. Das hört man besonders deutlich an dem Beitrag von Lemaitre. „Excuse me“ beschwört den Sound der Mitte der Nuller Jahre herauf, um das ganze gegen Ende mit zeitgemäßen Elementen zu verfeinern. Die Stärken der Platten liegen aber eher im Indie und House. Goose zum Beispiel mit The Cast of Cheers dürften dem Indiefan das Herz aufgehen lassen und verzichten bis auf ein Minimum fast völlig auf elektronische Unterstützung.
Mark Ronson & The Business Intl dagegen geben im Plastic Plates Remix einen beschwingten Discohouse-Track ab, dem der folgende Titel „Let’s Work“ von White Shadow in nichts nachsteht. Sehr cheesy sind auch die Indie-Popstücke von New Navy und Man Without Country, doch je weiter man beim Hören sich dem Ende der Zusammenstellung nähert, desto mehr fragt man sich doch: „Wo bleibt der frische Sound, für den Kitsuné eigentlich bekannt ist?“ Nun ja, mit etwas gutem Willen kann man den im letzten Track noch ausmachen, wenn Heartsrevolution die Platte mit „Teenage Teardrops“ im Pyramid Remix beschließen. Letztlich bekommt man aber auch hier nicht geboten, was man nicht schon von Justice kennt. Und dann erinnert man sich an den Eröffnungstitel „True Romance“ von Citizens!, ein romantisch-nostalgischer Song, den man vielleicht als Motto der Sammlung verstehen kann. Melanchonisch werden hier musikalische Wurzel reflektiert (wobei das die positive Auslegung ist, kritischer ließe sich sagen zurückgewünscht).

Nichtsdestotrotz sind alle 15 Stücke von Kitsuné Maison 12 hörenswert und bringen, wie es der Titel verspricht, eine gute Stunde Freude. Lediglich die kreativen Innovationen, die man sich wünscht, sind diesmal ausgeblieben. Aber aufgeschoben ist ja bekanntliche nicht aufgehoben und so wird die nächste Compilation hoffentlich wieder überraschen können.

Kitsuné Maison 12 – The Good Fun Issues
Vö: 25. November 2011
http://kitsune.fr

httpvh://www.youtube.com/watch?v=EySm81Q6qIU

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