Musik

Veröffentlicht am 31.01.2012 | von Fred

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DIAGRAMS – Black Light

She embodies an antelope
Elegant she got plastic stripes
Bites the open sky comes in hope
Of the majesty of the night

(Diagrams – Antilope)

Der ehemalige Tunng Frontmann Sam Genders entwirft mit seinem neuen Album ‚Black Light‚ psychedelisch verschachtelten Folk- und Softpop und kleidet diesen in ein elektronisches Antlitz. Mit dem eingängig-experimentellen Pop auf seiner neuen LP entwirft Diagrams einen einzigen schillernden Klang-Reigen, der an jeder Ecke zum musikalischen Entdecken einlädt.

Gerade im Opener ‚Ghost Lit‚ erinnnert Black Light noch an eine zarte schwedische Indie-Pop-Romanze, warme Keyboard-Klänge und noch viel wärmerer Melancholie-Gesang herrschen vor. Doch das es auch anders geht, zeigt der heimliche Hit des Albums, ‚Tall Buildings‚. Es ist der einzige Song auf ‚Black Light‘, der auf der Stelle zündet, ein Dance-Pop-Hybride und eine potentielle Hymne in einem. Spielerische Elemente der Indie-Disco, wie ein Stakkato-Basslauf, Handclaps und Choral im Refrain vermischen sich mit einer doch erwachsenen Songstruktur und laden zum Tanz ein. Doch auch andere Tracks gefallen: Der leicht nervöse Math-Pop-Song ‚Antelope‚, entwickelt in dem Geflecht aus Chören und Bläsern und seinen assoziativ-träumerischen Lyrics später eine große Ruhe. Die ruhigen Momente überwiegen auf ‚Black Light‘ und gerade wenn Sam Genders wie auf ‚Mills‚ zwischen den Polen Folk und psychedelischer Elektronik wandelt, erreicht die Platte eine besondere Klasse. Dann darf auch gerne mal Detailverliebtheit praktiziert werden und auch der Einsatz von eigentlich kitschig-spacigen Keyboard Sounds wirkt nicht deplatziert.

Neben den einzelnen Songs fällt vor allem die Produktion positiv auf. Leicht, klar und voller Respekt für jedes melodische Zucken und in jedem Moment offen für Emotionen. Mit Sicherheit wird man ‚Black Light‘ nicht als Meilenstein des musikalischen Jahres in Erinnerung behalten und auch von Bestenlisten wird es fern bleiben. Es ist einfach dieser frische, minimalistische und dennoch abwechslungsreiche Pop, der gespickt ist mit Effekten, Synth-Bass, programmierten Beats und low-key Funkgrooves. Eigentlich erinnert Diagrams Art mit Sounds umzugehen oftmals an Hot Chip, denn auch hier verschmelzen Einfachheit und Perfektion zu einem einmalig-einprägsamen Klangerlebnis. Aber dank Genders aussergewöhnlicher Baritonstimme wird zu jeder Zeit das rechte Maß an Eigenheit bewahrt. An der Schönheit des sanft funkelnden, manchmal geradezu mathematisch bezaubernden Komplex-Pop von ‚Black Light‘ ändert das aber nur wenig.

Diagrams – Black Light
VÖ: 13. Januar 2012 (Full Time Hobby/ Rough Trade)
www.diagramsmusic.co.uk
www.myspace.com/diagrams

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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