Musik

Veröffentlicht am 22.02.2012 | von Dominik

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KRISTOFER ÅSTRÖM – From Eagle To Sparrow

River runs to something new
Looking for that deeper loom
Well, isn’t that what people do?

Even when the party’s through
I could go all night, it’s true
Keeps my thoughts away from you

(Kristofer Åström – Full Moon)

Kristofer Åström kann man sicherlich als einen der umtriebigsten und produktivsten der schwedischen Singer-Songwriter-Gilde bezeichnen, ist er doch nicht nur Frontmann der Rockband Fireside, nein mit ‚From Eagle To Sparrow‚ erscheint diese Woche auch seine mittlerweile 14. Solo-Veröffentlichung (EPs und Alben zusammengerechnet). Von Abnutzung oder Fließband-Ware kann man aber beileibe nicht sprechen.

For You‚ eröffnet den neuen Reigen von Åström-Liedern: ein Lagerfeuer-Song im Folk-Gewand mit ausladendem Mundharmonika-Gebrauch, reduziertem Percussions und obligatorischen Gitarren-Einsatz – nur das Knistern des Feuers fehlt noch. Schon beim zweiten Song ist von dieser Western-Romantik keine Spur mehr, rückt der Schwede doch noch etwas näher, lässt einen in seine Gefühlswelt ein und baut in ‚Queen Of Sorrow‚ eine sehr intime Atmosphäre auf, der man sich nur schwer entziehen kann. Kaum hat man sich darauf eingelassen und die melancholische Stimmung in sich eingesogen, wird man auch schon wieder von ‚Loupita #5‚ per verträumt/verspieltem Gitarrenspiel rein instrumental auf schönere Pfade geführt – es kann ja auch nicht immer um die Königin der Reue, des Bedauerns und des Kummers gehen.

Überhaupt windet sich Åström auf ‚From Eagle To Sparrow‘ immer wieder durch Gefühlsschichten, mal etwas beschwingter, mal melancholisch betrübt, um an der nächsten Ecke wieder in eine andere Laune zu verfallen. Klingt inkonsequent, aber verhält es sich nicht auch in etwa so mit dem wahren Leben? Zur Vorgängerplatte ‚Sinkadus‚ werden die Rockeinflüsse zurückgeschraubt und mit Rücksicht auf Themen wie Liebe, Trauer, Einsamkeit und Neubeginn vielseitig, alleine oder mit Band, vertont, was den Herren innerhalb der letzten Jahre bewegt hat.

Herzstück der Platte ist dann ‚Full Moon‚, ein an sich einfaches, sich jedoch in seiner Schönheit über fast neun Minuten entfaltendes Stück, das den Schweden mit aller Nachhaltigkeit nicht nur als einen der produktivsten, sondern auch als einen der gefühlvollsten und damit besten seiner Zunft zeigt. Allein die Atmosphäre, die sich hier über die dreifache Norm-Länge eines Pop-Songs nur durch den Einsatz einer Akustik-Gitarre, von Mann-Frau-Gesang und einem den Song ab und an unterliegendem Sound-Sample aufbaut, verlangt einem allen Respekt ab und wäre schon den Kauf der Platte wert!

The Long Run‚ nimmt diese Stimmung auf, zeigt sich dagegen aber etwas beschwingter und leitet damit perfekt über zu ‚Strong & Tall‚, das dann ganz unbeschwert poppig daher kommen darf: „…I can’t fight it no more and I can’t fight you and all the stupid things you makin‘ me do. I can’t fight it, I try to give it up and start a new…

Come Summer‚ bremst alle Unbeschwertheit kurz darauf wieder aus, schwelgt in Sommer-Erinnerungen, musikalisch vertont mit ausnahmsweise mal einer E-Gitarre und für den Schweden ungewohnt viel Hall auf dem Gesang. Letztlich wird man von ‚Forget About It‚ entlassen, nachdem man sich noch ein mal fesseln und fast von der Sogkraft des sich immer weiter steigernden Songs verschlucken lassen hat. ‚From Eagle To Sparrow‘ ist wie eine Achterbahnfahrt durch die Gefühlswelt, die gerade an den ruhigen Stellen seine Klasse entfaltet und noch lange nachhallt, sodass es einem schwer fallen wird, den letzten Zeilen, die Kristofer Åström an die Hörer der Platte richtet, nachzukommen: „Forget About It

Kristofer Åström – From Eagle To Sparrow
VÖ: 24. Februar 2012, Startracks
http://kristoferastrom.com

httpvh://www.youtube.com/watch?v=oEF03w_gWL4&feature=youtu.be

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Über den Autor

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