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Veröffentlicht am 5.03.2012 | von Fred

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FANFARLO – Rooms Filled With Light

Is it dead enough?
Is it still enough?
Will it replicate
Inside our bodies now?

(Fanfarlo – Replicate)

Mit ihrem Debütalbum ‚Reservoir‚ legten Fanfarlo die Messlatte schon ziemlich hoch. Nicht etwa weil die LP der Londoner um Simon Balthazar mit Innovationen glänzte, sondern weil sie alles, was man aus dem Bereich Indie Musik kennt, richtig machten. Mit ‚Rooms Filled With Light‚ veröffentlichen Fanfarlo nun ihr zweites Album und die Erwartungen sind hoch.

Skepsis war ja durchaus angebracht: Die im Vorfeld gefallenen Worte „Synthies“ und „Sampler“, sowie Produzent Ben Allen (Gnarls Barkley, Christina Aguilera) schrien geradezu nach Veränderung. Mandoline und akustische Gitarren stehen auf ‚Rooms With Light‘ deutlich weniger im Vordergrund als auf dem Vorgänger und meistens wird sogar komplett auf sie verzichtet. Was bleibt sind viele kleine synthetische Soundspielereien, die dem bekannten warmen Klang der Band mit Trompete, Glockenspiel und Violine entgegengesetzt werden. Ein schönes Beispiel dafür ist die erste Single und Opener ‚Replicate‚. Glattproduziert und als erster Geschmacksanreiz mit voller Absicht ein wenig überspitzt, wirkt der Song im ersten Moment fast etwas platt. Doch die gelungenen, märchenhaft tänzelnden Melodiebögen entschädigen sofort. Dazu kommen zitternd-leichte Streicher und Flöten, die von einem drängenden Piano und Balthazars eindringlich akzentuierter Stimme umspielt werden. Man verliert sich gerne in den Kleinigkeiten und Details, da die Band jeden Ton bis in den letzten Nachhall zu perfektionieren versucht.

Lenslife‚ hingegen ist da schon eher eine Reminiszenz an die auf ‚Reservoir‘ praktizierten Tugenden. Von der großen Melodie über den mehrstimmigen Gesang bis hin zum treibenden Schlagzeugspiel in Verbindung mit der Trompete von Leon Beckenham wird den Fans des Debütalbums die Hand gereicht. Hier wird deutlich, dass Fanfarlo es schaffen in musikalischer Hinsicht mehr Experimentierfreudigkeit zu beweisen und gleichzeitig ihrem alten Stil treu bleiben. Die zweite Single ‚Deconstruction‘ etwa gewinnt nach mehrmaligen Hördurchgängen gewaltig und der instrumentale Albumteiler ‚Everything Turns‘ sorgt mitsamt Glockenspiel für einen gekonnten Spannunseffekt.

‚Rooms Filled With Light‘ ist zupackender, elektrischer und präziser als sein Vorgänger. Verspielt und mit Hang zu Feinheiten werden durchweg tanzbare, herrlich optimistische Lieder präsentiert und auch E-Gitarren, das Stakkato eines E-Pianos und große Synthesizer-Flächen findet man immer wieder. Fanfarlo geben ein kleines Stück ihrer lieb gewonnenen Eigensinnigkeit auf und entwickeln sich hin zu trickreichem und äusserst charmanten Indie-Pop. Und so ist die aktuelle LP nicht wirklich schlechter als der Vorgänger, aber vor allem eins: Anders.

Fanfarlo – Rooms Filled With Light
VÖ: 24. Februar 2012, Atlantic
www.fanfarlo.com
www.facebook.com/fanfarlo

http://www.youtube.com/watch?v=USV_7h1BXVo

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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