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Veröffentlicht am 30.03.2012 | von Dorota

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MOUSE ON MARS – Parastrophics

Sie sind der Daniel Düsentrieb der Realität und der MacGyver der Musik: Mouse On Mars basteln Tetris-Sounds, Geräusche, Klimbim und Stimmfetzen zu einem Werk, das so seinesgleichen sucht.

Schon die äußere Form (1-Track über 46 Minuten) des neuen Albums ‚Parastrophics‚ lässt darauf schließen, dass Lieblingslieder herauspicken verhindert wird und es als Gesamtkunstwerk gesehen werden muss. Das nunmehr zehnte Album ist das jetzt und immer noch klingen Mouse On Mars, als ob sie gerade die elektronische Welt entdeckt haben – dabei aber so selbstsicher und souverän mit den Sounds umgehen, als ob sie schon bei der Geburt mit experimentellem Techno beschallt worden wären. Obwohl St. Werner und Andi Toma nach Berlin gezogen sind, klingt nichts auch nur im Entferntesten nach Berlin Club Musik. Ganz im Gegenteil: es werden Grenzen aufgebrochen, Genres auseinander gepflückt und neu zusammen gesetzt. Das klingt nach Arbeit, aber auch gleichzeitig nach einer wunderbaren, unterhaltsamen Spielerei, die wenig mit Pflicht oder Mühe zu tun hat.
Es ist nicht einfach durchzublicken, ob ‚Parastrophics‘ nur aus Katastrophen und Chaos besteht. Der erste Schritt für eine Analyse ist wohl sich darauf einzulassen, dass man hier nicht den typischen technoiden Bassunterbau und eine konstante Rhythmik hat. Gerade der Anfang wirkt so wirr, dass man meinen könnte in einem Raum spielen 20 Menschen gleichzeitig verschiedene Videogames. „Zuviel“ möchte man schreien, darf aber nicht aufgeben – es ist ja gerade mal der „erste“ Track. Irgendwann findet sich eine Struktur und man selbst seinen Hör-Rhythmus.

Es ist Arbeit und zugleich Spaß sich mit ‚Parastrophics‘ zu beschäftigen, wenn man aus der gewohnten Elektro-Techno-Ecke kommt. Dann erkennt man nämlich auch wie experimentierfreudig die elektronische Szene sein kann, ohne nicht auch gleichzeitig noch im Club funktionieren zu können. Moment, gab es das letztes Jahr nicht schonmal? Ja, beim Album ‚Monkeytown‚ von Modeselektor. Die Beiden haben sich ja auch gänzlich von Beschränkungen und Vorgaben befreit. Kein Wunder also, dass Mouse On Mars ihr Album auf dem Modeselektor-Label Monkeytown veröffentlichen. Da haben sich auf jeden Fall kreative Köpfe zusammengefunden.

Mouse On Mars haben im 20. Jahr ihrer Zusammenarbeit mit ‚Parastrophics‘ die Welt sympathisch, ironisch und zugleich innovativ auf den Kopf gestellt. Wir stellen also fest: das Durchhalten lohnt sich!

Mouse On Mars – Parastrophics
VÖ: 24. Februar 2012, Monkeytown
www.mouseonmars.com 

httpvh://www.youtube.com/watch?v=dCYEkvmk2Mw

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