Musik

Veröffentlicht am 6.03.2012 | von Dominik

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TEAM ME – To The Treetops!

In my house, in my heart
Dear sister, speak to me
I thought you’d found your peace somehow
Guess you fell in love…with a state of mind
Guess you fell in love…with a state of mind

(Team Me – Dear Sister)

Es ist ein komisches Gebilde, das CD-Cover zu ‚To The Treetops!‚ der norwegischen Band Team Me. Im Zentrum steht das Bild eines Jungens, der mit verschiedenen Mitteln verziert und geschmückt wurde und um den ein reges Treiben aus gezeichneten Sternen und Punkten sein Unwesen treibt. Entrückt, aber doch sehr passend zum Sound der jungen Band.

Denn diese verstehen es auf dem Nachfolger zu ihrer Debüt-EP ‚Team Me EP‚ dick aufzutragen, sich an allen greifbaren Instrumenten auszutoben, schichtweise Musik zu kombinieren und ein an Ideen nur so überbrodelndes Album zurecht zu kleistern. So spannt sich schon der Opener ‚Riding My Bicycle (from Ragnvalsbekken to Sшrkedalen)‚ von einem ruhig-entspannten Summen zu einem orchestralen, klatsch-stampfenden Arcade-Fire-Song-Verschnitt – und das in sehr launig-kurzweiligen 8:13 Minuten! Viel Zeit zum Luftholen bleibt einem nicht, schon verausgaben sich die sechs Osloer wieder beim catchy Pop-Song ‚Show Me‚. Mehrfachgesang, Shaker, ein bisschen Geklimper und ein mitreißendes Finale nach dem Break zur Mitte des Songs hin. Dem Sound der Band kann man nur schwer entfliehen und überhaupt ist das alles ungemein sympathisch, auch wenn dem ein oder anderen vor lauter Euphorie und aufgrund des kunterbunten Treibens etwas schlecht durch Übersättigung werden könnte.

Allen anderen bleibt ein wundervoll verspieltes Album, das alle Grenzen ausreizt, das betanzt, besungen und geliebt werden will! So auch ‚Weathervanes And Chemicals‚, das etwas gemäßigter beginnt und sich dann in einem mehrstimmigen Ahahaha-Chor verliert, um sich dann wieder zu besinnen und nach und nach wieder aufzubauen, bis man bei den unvermeidlichen Ahahahahs endet, die zum Ende hin noch Gesellschaft von einigen netten Gameboy-Sounds bekommen. ‚Fool‚ täuscht dann kurz vor eine relativ klassische Ballade mit Akustik-Gitarre, ausnahmsweise einstimmigen Gesang und Glockenspiel zu sein. Nach einem Drittel ist damit dann wieder Schluss und der energische Chor übernimmt kurzzeitig, leitet ins zweite Drittel über, das dem zuvor gebotenen noch Streicher hinzufügt, um sich noisig-entrückt letztlich doch wieder dem Chor hinzugeben. Überhaupt weiß man nie, was einen an der nächsten Ecke erwartet oder welches Instrument die Band aus ihrem reichhaltigen Fundus als nächstes bespielt.

Nachdem ‚Weathervanes and Chemicals‘ dann leise in einer Art Outro elektronisch-frickelnd ausgeklungen ist, folgt mit ‚Dear Sister‚ das unbestrittene Highlight der Platte. Unbekümmert, ungemein eingängig und für Pop ungewohnt sympathisch – kurz: ein Hit! Ähnlich gut ist dann vielleicht noch ‚With My Hands Covering Both of My Eyes I Am Too Scared to Have A Look at You Now‚. Gleichzeit ist der Titel dann auch der Beweis, dass man es auch mit Songtiteln übertreiben kann (außer man will es ins Guinness Buch der Rekorde schaffen – da ist mehr letztlich dann doch immer mehr).

‚To The Treetops!‘ ist ein wilder Strudel aus musikalischen Ideen, vertont mithilfe aller greifbaren Instrumente und zumeist mehrstimmig besungen von allen Bandmitgliedern. Zuviel scheint es für die Band nicht zu geben, genauso wenig wie Grenzen in der Komposition ihrer Songs – ob das einem dann gefällt oder nicht, muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden…

Team Me – To The Treetops!
VÖ: 24. Februar 2012, Propeller Recordings
http://teamme.no

httpvh://www.youtube.com/watch?v=kxyWT-FY9vE

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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