Musik

Veröffentlicht am 12.04.2012 | von Dorota

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SOAP&SKIN – Narrow

Wo immer ich aufschlage find’ ich dich
Du fällst im Schatten der Tage
als Stille und Stich
Ich trink’ auf dich dutzende Flaschen Wein
und will doch viel lieber eine Made sein

Der Sarg fällt zusammen
die Blumen fallen in die Wangen
Zuerst weiß, dann blau, dann grau, dann grün
dann Schaum, dann braun und Laub und Staub

(Soap & Skin – Vater)

Anja Plaschg lässt tief in ihre schwierige Auseinandersetzung mit Tod und Verzweiflung blicken. Das macht Angst, das ist traurig, das ist aber vor allem auch ein Stück Musikkunst, die im einfältigen Musikradio nichts zu suchen hat – höchstens auf HR2.

Hat Frau Plaschg alias Soap & Skin schon mit ihrem Album ‚Lovetune For Vacuum‚ Kritiker und Musikhörer in ganz Europa begeistert, sozusagen die Musikwelt mit ihrem Klavierspiel, ihrer Stimme und den bedrückenden Texten auf den Kopf gestellt, erschafft die Österreicherin diesmal ein noch empfindlicheres und schmerzhaftes Album. Im Alleingang wurde ‚Narrow‚ getextet, musiziert, eingespielt, produziert. Inhaltlich wird mit dem ersten Lied ‚Vater‚ der Tod des Vaters von Anja Plaschg verarbeitet oder zumindest dokumentiert. Mit deutschem Text und der Stimme am Rande der Aufgabe. Dabei wird das 3 Minuten Pop Schema durchbrochen: Taktwechsel, Temposchwankungen, zwischen Geschrei und Flüstern. Das Klavier spielt hier nicht die begleitende Rolle, sondern nimmt den Text von Soap & Skin auf, verarbeitet ihn ebenfalls und ist stellvertretend für jedes Wort eingespannt. Zum Abschluss wird der Computer zur Hilfe genommen, alles fällt zusammen (wie besungen); Orchester, Bläser, Elektronik. Wie ein Gewitter, das über den Zuhörer hineinbricht.

Und wie soll es danach weiter gehen? Soap & Skin wählt ein Cover des Hits ‚Voyage, Voyage‚ von Desireless aus dem Jahr 1986. Das ist dann natürlich kein schmissiger Partysong, sondern eine einnehmende, interessante Eigeninterpretation. ‚Deathmental‚ und ‚Big Hand Nails Down‚ hingehen bestechen durch den maschinellen Elektronik-Sound mit effektbeladener Stimme und gewaltiger Durchsetzungskraft wie schon bei Björk des öfteren gehört.

Auch wenn der rote Faden durch die acht Songs von ‚Narrow‘ fehlt beziehungsweise alles etwas wirr und zusammenhangslos auf einer Platte klingt, sie hat das Talent mit ihrer Stimme und einzelnen Liedern die Hörer zu fesseln. Zwar auf eine etwas traurige und erschütternde Art und Weise, aber immerhin regt sich da in den Gefühlswelten was. Das kann man ja nicht unbedingt von jedem Künstler sagen. ‚Narrow‘ ist ein Geschenk an die Musikwelt mit dem man sorgsam umgehen sollte.

Soap & Skin – Narrow
VÖ: 10. Februar 2012, Play It Again Sam
http://soapandskin.com 
www.narrowsoapandskin.com

httpvh://www.youtube.com/watch?v=t4rmGFdMkRI

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