Musik

Veröffentlicht am 25.04.2012 | von Doris

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WOOG RIOTS – Post Bomb Chronicles

„Who is making the rules? Letters and numbers, power corruption, rumours and lies  – rhythm of bankers and traders“
(Woog Riots –  Rhythm Of)

„Post Bomb Chronicles“, passend zum übergeordneten Thema, ist der Titel des Konzeptalbums der Woog Riots, das sich mit den Eigenheiten und Fragen der digitalisierten und technikorientierten Gegenwart beschäftigt. Mit „Life Electric“ gelingt der Einstieg ins Album und in die Thematik. Bereits „“We Are Not Houston’, eine Single, erschienen im Februar diesen Jahres auf einem Sampler des P-Magazins mit dem Thema „Darmstadt und ich“, ließ eine musikalische und thematische Richtung des neuen Albums erahnen. Sie haben etwas zu sagen, übermitteln auf künstlerische Weise Inhalte, wie nur wenige Musiker es vermögen und lassen dabei doch immer genug Raum für eigene Gedanken und Interpretationen. Niemals wird dem Hörer eine vorgefertigte und einzig richtige Meinung präsentiert.

Songtitel wie „Astronaut“, „One Thousand Roboter“, „Futurologie“ folgen dem roten Faden und mit „Kommt Gestern Morgen“ haben die beiden, Silvana Battisti und Marc Herbert, sogar noch einen deutschen Songtitel in Petto, was nun wirklich nicht jede englischsprachige oder englisch singende Band bieten kann, zumal der deutsche Text im Refrain die englischen Lyrics charmant und sinnig ergänzt.

Die Songtitel sind spacy und ebenso verhält es sich mit der Entwicklung der Band. Ihr Sound ist frisch und klar, elektronischer als das was man bisher so von ihnen kannte, themenkonform mit rhythmischem Gesang und doch zurückhaltend, was in diesem Chambre nicht selbstverständlich der Fall ist. Kennt man die beiden Musiker, wie sie Konzerte geben oder auch gemeinsam Auflegen, wie sie in ihrer kleinen Heimatstadt Darmstadt einen aufregenden Flair und musikalische Intellektualität verbreiten und jeden um sie herum mit ihrer individuellen Lebensattitüde anstecken, so passt der neue Sound ihrer Platte perfekt ins Bild. Auch ihre Musik steckt an „the beat is good, the beat is bad“, die flott gesungene These von ‚Last Beat’ geht direkt ins Ohr, beiden Stimmen markant und harmonierend, zuerst stampft nur der Fuß dann groovt und wippt der ganze Körper.

Tanzbar und discotauglich, allerdings kein stur reduziertes „umm tss ka tss“ oder „umm tss umm tss umm tss“: Post Bomb Chronicles ist zeitgemäße Auseinandersetzung mit Kultur für Geist und Körper, zum Nachdenken und Abtanzen.

Woog Riots – Post Bomb Chronicles
VÖ.: 13. April 2012, What ́s So Funny About
http://www.woogriots.de/

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