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Veröffentlicht am 5.05.2012 | von Benjamin

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LAZER SWORD – Memory

Was spricht eigentlich dagegen, eine Kritik einmal ganz unverholen zu beginnen? Nichts, deshalb: WOW!
Modeselektor haben sich mit Lazer Sword ein zukunftsträchiges Gespann in den Stall geholt. Das zumindest lässt ihr zweites, auf Monkey Town erschienenes Album ‚Memory‚ prognostizieren. Das kalifornische Duo Bryant Rutledge und Ataeus Roy trifft genau den Nerv der Zeit, wenn sie mit ihrem Sound in den immer lauter werdenen Hype um die bassdominierte Elektronica einstimmen (die Spielwiese der Labelchefs Modeselektor). Dabei zeigt sich aber obendrein noch der Hang zum Experimentellen, was dem Album einen besonderen Charm verleiht.

Das faszinierende an Memory ist die fast unüberschaubare Vielfalt an Stilen, die in dieses Album eingeflossen sind. Fast noch faszienierende ist die überraschende Art und Wiese, wie die verschiedensten, fragmentarischen Versatzstücke arrangiert worden sind und sich synthetisch aneinander schmiegen. Dabei sind viele der Stücke nicht einmal darauf angewiesen, dass sich ein rahmenden oder zusammenschnürender Bass um die Kompositionen legt; manche kommen mit rudimentärem oder sogar ganz ohne Basseinssatz aus.

Nach dem sphärisch-flächigen Synthy-Track ‚Sky Burial‚ zur Eröffnung nimmt das Album sogleich fahrt auf. ‚Toldyall‚ umwabert zwar zum Einstieg noch ein wenig um die geloopten Echo-Vocals, aber wenn sich Snare und Breakelemnte dazu gesellen, kann man die Füße kaum am Mitwippen hindern, wenn sich der Song in einen temporeichen Rausch steigert. Eine der wildesten Soundmixes entwirft ‚Missed a Spot‚. Hier werden gradliniger Bass, House- und Ghettotechelemente verschmolzen, begleitet von schmelzigen Vocals und verspielt-melodiösen Einsprengseln. In Stücken wie ‚Let’s Work‚, dem Jimmy Edgar seine Stimme leiht, lassen sich dann recht eindeutig die musikalischen Inspirationsquellen ausmachen. Hier erinnert einiges an den Stil von Tiga mit Daft Punkt-Einflüssen, so auch in ‚Pleasure Zone‚. Nichtsdestotrotz lässt das Sounddesign nicht die persönliche Handschrift vermissen. Mit ‚Sound Sane‚ findet sich dann auch die in einem Stück geronnene Evidenz für die Veröffentlichung auf Mokey Town.

Wenn man ein Haar in der Suppe finden möchte, könnte man festhalten, dass das Innovationspotenzial gegen Ende der Platte etwas verwässert. Allerdings ist das immer noch eine Bescherde auf hohem Niveau.

Lazer Sword – Memory
VÖ: 27. April 2012, Monkey Town Records
lazersword.net
monkeytownrecords.com

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