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Veröffentlicht am 13.06.2012 | von Lara

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2:54 – 2:54

2:54 - 2:54 CD-Kritik

Lover, she said, you put the beat in my bones
It´s all I hear in my head
You make it easy to see
It flows, flows, flows

(2:54 – Scarlet)

Soft-Rock war gestern. Jetzt setzen die Thurlow Sisters alias 2:54 Joy Division, The Cure und The Sisters Of Mercy mit ihrem selbstbetitelten Debüt ein düsteres Denkmal. Ihr hypnotischer Shoegaze macht den Post-Punk- und Grunge-Urvätern von damals alle Ehre, da liegt es auch nicht fern, ihre Band nach einer Stelle in einem Song der Melvins zu benennen. Aber: Nur eine Kopie alter Bands zu sein, genügt dem britischen Schwesternduo natürlich nicht, also infiltrieren Hanna und Colette ihrem nebligen Gitarrensound bewusst weibliche Intensität, sprich, es weht ein Hauch Erotik durch ihre kühlen Songs.

Gerade Colettes verführerische Stimme markiert den Kontrast zu den durchaus harten Gitarren-Riffs. Auf ‚You´re Early‚ flüstert sie sehnsüchtig „I Just Want To Be Close“  zum vibrierenden Soundgefüge. Dazu unterstreichen die vielen „Ohs“ und „Ahs“ nur noch das wachsende Verlangen der Sängerin. Spannungsgeladene Gothic-Atmosphäre zu erzeugen ist schon mal Grundprogramm der ganzen Platte. Nie wirkt der Sound offensiv, sondern eher subtil verschachtelt, wie zum Beispiel auf dem träumerischen ‚Ride‚. Vergleiche mit Warpaint sind da nur konsequent. So wie die amerikanischen Kolleginnen fokussieren sich 2:54 nämlich auf unterschwellige Dynamik und klar strukturierte Songs, quasi wie ein Markenzeichen. Im Kopf kreisen Assoziationen vom dämmrigen Morgengrauen an einem kalten Novembertag. Was 2:54 im Gegensatz zu Warpaint dennoch mehr in den Vordergrund stellen, sind prägnante Bass- und Gitarren-Riffs. Besonders das sehr eingängige ‚Sugar‚ mit kernigem Bass-Part und schnellem Tempo verspricht energischen Pop-Appeal.

Und wieder ist sicher: Süß und poppig klingen die Thurlows eindeutig nicht. Letzte Zweifel räumt das von Stoner Rock inspirierte Herzstück der Platte ‚Scarlet‚ aus, auf dem scheppernde Gitarren zu abgehackten Drums die Hauptrolle spielen – Wohl die ideale Musik für dunkle Kellergewölbe zu später Abendstunde. Dass das Soundspektrum insgesamt nicht so viel überragend Neues bietet, ist weniger relevant.  Viel wichtiger ist festzuhalten, dass es endlich wieder Frauen gibt, die wissen, wie man ordentlich rockt.

2:54 – 2:54
VÖ: 8. Juni 2012, Cooperative Music
www.twofiftyfour.net
www.myspace.com/thetwofiftyfour

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