Musik

Veröffentlicht am 5.12.2012 | von Dorota

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CRYSTAL CASTLES – (III)

She wears her veil at night 
Shadows cast uninvite 
Discourage affection 
Sad eyes 
Sad eyes 
You can’t disguise sad eyes 

(Crystal Castles – Sad Eyes) 

Warum wir immer so heiß auf die Crystal Castles Releases sind? Vielleicht erklären wir das mal am neuen Album ‚(III)‚ von den beiden Kanadiern.

Düstere Beats, wuchtiger Bass und Geschrei. Oberflächlich gesehen ist das schon das ganze Geheimnis von Crystal Castles. Kennt man sich aber in der Welt der Beiden aus, kann man deutliche Unterschiede in Songstrukturen und Plattengesamtaufbau erkennen. Einfachstes Beispiel: die Melodiösität. Man erinnere sich doch nur an ‚XXZXCUZX‚ – übersteuerter Tetrissound, auf gefühlten 1000 BPM.
Wirft man einen genaueren Blick auf alle Veröffentlichung erkennt man deutlich die steigende Komplexität der Arrangements. Was mit ‚Crimewave‚ anfing in Sachen eingängiger Melodie, setzte sich stärker in ‚Vietnam‚ von der zweiten selbstbetitelten Platte durch. Natürlich durften auch da Schreie und zerstörte Soundspuren nicht fehlen, wie in ‚Doe Deer‚.
Die Tendenz zu mehr Text, der – zugegeben – immer noch größtenteils unverständlich von Alice Glass dahin geschmettert wird und der echoartigen Stimme, die in dem ganzen Beat- und Synthiegewitter oftmals untergeht.
Anscheinend haben sich die Alice Glass und Ethan Kath an den 80ern und besonders Modern Talking Elementen orientiert, wenn man sich so ‚Sad Eyes‚ anhört. Ein Tick mehr Düsterheit und Pitch und schon wird daraus aber ein Crystal Castles Song, der einiges abverlangt.

Mit Songs wie ‚Plaque‚, ‚Kerosene‚, ‚Pale Flesh‚, ‚Sad Eyes‚, ‚Transgender‚, ‚Telepath‚ und ‚Child I Will Hurt You‚ geben sich Crystal Castles auf ihre charmante Art Mühe Abwechslung hinzubekommen, die nicht so platt, wir beim ersten Album und ausgereifter als bei Nummer 2 daherkommt. Die Strukturen der Songs sind miteinander verflochten, genauer aufeinander abgestimmt. Klar, dass auch Ausbrecher wie ‚Insulin‚ Ohren und Lautsprecher an ihre Grenzen bringen. Insgesamt wirkt die dritte Platte von Crystal Castles aber harmonischer und intensiver. Man muss dem dritten Werk von Crystal Castles Zeit geben, sich zu entfalten, seine komplette Stärke zu zeigen, damit eben nicht dieser oberflächige Eindruck Krach vs. Melodie entsteht.
Das was man vom neuen Album erwartet hat, wurde erfüllt, aber besonders wurde man überrascht, wieviel Melodie und Reife in den Songs liegt. Eine Wendung, die Crystal Castles auf jeden Fall zu den experimentellen Hochkarätern macht.

Crystal Castles – (III)
VÖ: 9. November 2012, Polydor
http://crystalcastles.com 

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