Musik no image

Veröffentlicht am 21.12.2012 | von Benjamin

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ZOMBIE NATION – RGB

Florian Senfster ist der bürgerliche Name des in München beheimateten Produzenten und DJs, der wahrscheinlich immer noch für seinen Clubhit ‚Kernkraft 400‚ (1999, Gigolo) bekannt ist, welcher eine ganze Generation musikalisch mitgeprägt hat. Jetzt veröffentlicht Zombie Nation sein mittlerweile fünftes Studioalbum auf Tigas ‚Turbo‘ Label, wo er schon im Vorjahr zusammen mit dem Labelchef als ZZT das Szene-begewegende Album ‚Partys over Earth‚ publizierte.

httpv://www.youtube.com/watch?v=z5LW07FTJbI

Keines der Alben, die Zombie Nation produziert, klingt gleich. Dieser Umstand ist sicher auch seinem Hang zu analogen Instrumenten geschuldet, die auch auf ‚RBG‘ wieder ihren zentralen Platz erhalten haben. Dieses Mal bekommen aber auch mit Software entwickelte Stücke ihren Platz auf der Platte, denn ein großer Teil der Tracks ist auf Reisen entstanden, wie Senfter selbst verrät. Soundsskizzen und -schnipsel wurden in drei Jahren gesammelt und nachträglich im Studio auf Ihre Tauglichkeit geprüft und überarbeitet. Diese Vorgehensweise hört man manchen Tracks an, was allerdings nie negativ zu Buche schlägt. Sicher, ein Wermutstropfen ist dabei, dass die Platte vielleicht so etwas wie ein Gesamtkonzept vermissen lässt. Positiv gedeutet spielgelt RGB allerdings die Kompromisslosigkeit eines Produzenten wider, der die pulsierende Masse des Clubpublikums ernst nimmt und diese auch immer wieder in seinen Schaffensprozess – der bei seinen Live-Auftritten geschult worden ist – demokratisch integriert wie bei seinen Projekten ‚Sounds of Many‚ oder ‚Day of Many‚.

Auf RGB hat offenkundig die Zusammenarbeit mit Tiga ihre Spuren hinterlassen und doch bleibt Senfter seinem elektro-technoiden Stil treu. ‚Level‚ beispielsweise erinnert stark an ZZTs ‚Vulcan Alarm‚, trägt den rauen Charme analoger Sounds. Auch der folgende Track ‚Sigma‚ schlägt in die gleiche Kerbe, weist einen ähnlichen Groove auf wie ‚Rock the Peace‚ oder ‚The Worm‚ und muss dabei den Vergleich in keiner Weise fürchten. Etwas ruhiger lässt es ‚Schoove‚ angehen, der mit Referenzen an Daft Punk aufwartet. Zwar mit massiver Bassline, aber trotzdem entspannter Rhythmik kann ‚Attic Sundays‚ sich in jedem Afterhour-Set hören lassen. Einen besonderen Reiz versprüht ‚Maingame‚. Mit seinen 2:19 min ist der Track – man muss sagen leider – einer der kürzesten auf der Platte. Trotz der Kürze scheint sich hier eine dreißigjährige Historie elektronischer Musik zu verdichen: der Glamour der späten 80er, der Hang zum melodiösen, fast Trance-artigen, der New Rave-Phase der Nullerjahre und die deepen Bässe, die jetzt mit dem Techno wieder zu Ehren kommen. Recht schlüssig schließt sich ‚Tryouts‚ an. Ein Stück, dessen Hauptelement eine verzerrte Bassgitarre ist und mit einem lässigen 70er Stil spielt. Auch ‚Blueberries‚ und ‚Meathead‚, die schon auf der vorab erschienenen EP enthalten waren sind natürlich auf dem Album zu finden.

Letztlich haben fast alle 15 Tracks ihre Daseinsberechtigung auf der Scheibe, wobei alle die absolute Priorität der Tanzflächentauglichkeit teilen. Wem das nicht genügt, der wird sicher etwas weniger Freude an RGB haben. Eines ist aber sicher: Viele der hier versammelten Tracks werder in naher Zukunft öfter die Dancefloors bereichern und und sich großer Beliebtheit bei renommierten Remixern erfreuen.

Zombie Nation – RGB
VÖ: 10.12.2012, Turbo Rec.
www.zombienation.com
www.planet-turbo.com

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