Musik Portugal. The Man - Evil Friends Kritik

Veröffentlicht am 8.06.2013 | von Fred

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PORTUGAL. THE MAN – Evil Friends

Portugal. The Man - Evil Friends Kritik

„All I wanna do is
Live in ectascy
I know what’s best for me
I can’t help it
It’s this hopeless itch
I just wanna feel
Purple, Yellow, Red and Blue“

(Portugal. The Man – Purple Yellow Red and Green)

Zwei lange Jahre musste man auf ‚Evil Friends‚, den Nachfolger von Portugal. The Mans ‚In The Mountain, In The Cloud‚ warten. Dabei ringt der normale zwei bis dreijährige Veröffentlichungs-Turnus der Band aus Alaska nicht mehr als ein müdes Lächeln ab. Seit 2006 veröffentlichen die Amerikaner um John Gourley jährlich eine neue LP und jede einzelne besticht durch eine gewisse Einzigartigkeit. Denn Portugal. The Man sprudeln über vor musikalischer Kreativität und verschwenden ihr Talent in alle Richtungen. Da ist der stampfende 60s Rock von ‚Church Mouth‚, die elektronischen Synthesizer Klänge von ‚It‘s Complicated Being A Wizard‚ und der Prog-Pop, der seit ‚The Satanic Satanist‚ den Stil der Band bestimmt. Die Songs sind immer noch vertrackt, die musikalischen Einflüsse verschieden, aber in jedem Songs schlägt ein poppiges Herz. Mal leiser, mal lauter. Dieser Ansatz wird auf ‚Evil Friends‘ weiter ausgebaut, indem sich erstmalig ein externer Produzent an dem Material von Portugal. The Man versuchen darf.

Und seien wir mal ehrlich: Nur wenige können anspruchsvollen Pop besser als Produzent und Musiker Danger Mouse, aka Brian Burton, der mit Gnarls Barkley und den Broken Bells großartige Alben veröffentlichte und auch für die Black Keys hinter den Reglern stand. Sein Einfluss ist auf ‚Evil Friends‘ unverkennbar – Portugal. The Man klingen beatlastiger, eingängiger und britischer als je zuvor, aber vor allem klingen sie verdammt gut. Schon der Opener ‚Plastic Soldiers‚ bezirzt mit einem leierndem Intro, das Roger Waters Hände zur High-Five Parade in die Höhe schnellen liesse. Dann setzt auf einmal Mr. Gourleys  Gesang ein, der von einer unwiderstehlichen Gitarrenmelodie getragen wird. Die Augen gehen auf und plötzlich ist alles da. Grandios. Noch während ‚Plastic Soldiers‘ in seinem orchestral verrauschtem Finale gipfelt, fliegt vor dem inneren Auge das Floydsche Schwein vorüber. Das folgende ‚Creep In A T-Shirt‚ legt genauso überzeugend nach und zeigt die perfekte Schnittmenge aus den Broken Bells und dem Mann namens Portugal. ‚Modern Jesus‚ dagegen kommt schon fast hymnenhaft daher und lädt zum seligen Mitsingen ein. Das für den Song Oasis‘ ‚Champagne Supernova‘ als Inspirationsquelle diente, geben die Jungs ganz offen und ehrlich zu. Wenn dann schliesslich die Zeile„Who cares if hell awaits, we‘re having drinks at heaven‘s gates“ ertönt, gibt es kein Halten mehr. An jeder Ecke wird das Soundkaleidoskop weiter gedreht und es gibt neue Stile, Töne und Texte zu entdecken. Langweile sucht man auf Evil Friends vergebens.

Portugal. The Man sind einer der wenigen Bands, die sich auf jedem Album weiterentwickeln und sogar fast zwischen Genres springen. Mit ‚Evil Friends‘ haben sie das bisher beste Album der Linie, die seit The Satanic Satanist gefahren wurde, veröffentlicht und zeigen, dass sich der Blick von ausserhalb durch Danger Mouse gelohnt hat. Manchmal ist Pop eben doch Trumpf.

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Portugal. The Man – Evil Friends
VÖ: 31. Mai 2013, Atlantic, Warner
http://www.portugaltheman.com
https://www.facebook.com/portugaltheman

https://vimeo.com/64568090

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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