Musik Indians - Somewhere Else Cover

Veröffentlicht am 11.07.2013 | von Fred

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INDIANS – Somewhere Else

Indians - Somewhere Else Cover

The war is just outside my door
And I’m going out to win
My clothes are lying on the floor
And I’m naked in the wind

(Indians – New)

Anfang des Jahres 2012: Das erste Demo namens ‚Magic Kids‚ taucht im Netz auf und lässt die Bloggergemeinde ekelhaft nette Dinge schreiben. Schon nach wenigen Konzerten, wird das renommierte Label 4AD auf Indians aufmerksam und nimmt den Dänen Søren Løkke Juul unter seine Fittiche. Indians, das ist eigentlich nur eine Person und wer jetzt denkt „Hey schon wieder so ein Internethype!“ dem sei entgegnet, dass Juul schon 10 Jahre erfolglos in dänischen Bands Keyboard spielte. Durchhaltevermögen par excellence also.

Best Kept Secret Festival 2013: Auf der drittgrößten Bühne direkt am Wasser spielt Indians die Songs von seinem Debütalbum ‚Somewhere Else‚. Für einen Auftritt um 15h ist das offene Zelt gut gefüllt und sobald die ersten Klänge von ‚New‚ ertönen hat einen Juul gepackt – an den Ohren, im Herzen und überhaupt überall. Indians Songs klingen irgendwie anders, ein wenig entrückt und durchaus auch traumverloren. Gerade zu Anfang wurde oftmals der Vergleich zu Bon Iver gezogen, aber auf Somewhere Else wendet sich Indians von Justin Vernons Pfaden ab. Der Sound ist elektronischer und künstlicher und hört sich an, als wäre er nicht auf diesem Planeten aufgenommen. Juul nimmt zwar bei ‚I Am Haunted‚ und ‚Cakelakers‚ eine echte Akustikgitarre zur Hand und lässt eine gewisse Folk-Kompetenz erahnen, aber die Basis seiner Musik, das charmant Zuckerwattige, das Sphärische, das Traumwandlerische, dieser Zauberwald aus synthetischer Flora und Fauna – all das ließe sich kaum mit gezogenem Stecker rekonstruieren.

Alles schwebt in einen unendlichen Hallraum und Glockentöne, die wirken, als wären sie direkt aus dem Himmel gefallen, schallen aus den Lautsprechern. Stimmen und Streicherklänge wehen heran, umfangen den Hörer und sind wieder verschwunden, bevor sie einen Eindruck hinterlassen können. Dann wieder verbreitet sich die Musik wie Dunst, nur um von Juuls hellem Gesang (Beware: Kopfstimme bis Falsett) wie von einem gleißenden Lichtstrahl durchschnitten zu werden. Alles ist in Bewegung, alles fließt. ‚Lips Lips Lips‚ zum Beispiel dreht den Grundsatz der elektronischen Musik einfach um, der plingende Synth wird als perkussives Element genutzt und der gleichmässige Bass spielt eine begleitende Melodie. Einfach, aber effektiv!

Selten hat sich Eskapismus so schön angehört wie auf ‚Somewhere Else‘. “Ich denke nicht darüber nach, welche Musik ich machen will”, erklärte Juul dem Interview-Magazin, “sie wird einfach so, wie sie ist”. Schnell wird klar, dass man wohl nur mit solch einem Ansatz so wunderbar zwischen den Welten wandeln kann. Nur einlassen muss man sich auf ‚Somewhere Else‘, denn alle Songs haben eine eher gemächliche Offenbarung gemeinsam. Doch nach einigen Anläufen ist es praktisch unmöglich, sich der wahren Schönheit der selbstbewussten Kompositionen zu entziehen.

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Indians – Somewhere Else
VÖ: 25. Januar 2013, 4AD, Indigo
http://www.heyiamindians.com
https://www.facebook.com/heyiamindians

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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