Musik

Veröffentlicht am 31.07.2013 | von Marvin

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MC Fitti – #Geilon

30 Grad – Flamingos und Flipper,
Sonnenbrille auf und rein in die Slipper,
30 Grad – kolumbianischer Schnee,
Rosanes Sakko im Cabriolet!

(MC Fitti – 30 Grad)

Als ich diese Zeilen vor fast einem Jahr zum ersten Mal gehört habe, dachte ich mir noch nicht viel dabei – großartiger Schwachsinn, der so catchy ist, dass er sich mindestens für die nächsten paar Tage im Kopf festfrisst. Und das Video zum Song setzt noch einen drauf: Passend zum 80er-Jahre-Sound von ‘30 Grad‘ (sic!) besteht es zum aus Miami-Vice-Szenen mit Mc Fitti’s bärtigem Gesicht anstelle dem von Sonny Crockett.

Ein paar Wochen später war Mc Fitti plötzlich überall. Spiegel Online nannte ihn „Die rappende Konfetti-Kanone“, als „Trash-Rapper“ bezeichnete ihn die Bild. Und letzte Woche stieg MC Fitti’s Debüt ‘#Geilon‘ dann auf Platz 2 in die Albumcharts ein und er wurde von Markus Lanz in dessen Sendung eingeladen. Was war in der Zwischenzeit passiert?

Mc Fitti ist ein Rapper aus Berlin. Besonders viel ist nicht über ihn bekannt, um sein Privatleben macht er ein Geheimnis; Sonnenbrille, Cap und Bart sind seine Maske. Aber seine Songs und Videos erzählen eigentlich schon genug über ihn – gleichzeitig eine Persiflage und eine Verbeugung vor dem Hipstertum, den 80ern, Social Media und der Rapkultur. Die Texte handeln von Autos, Bass, Konfetti, Wodka-Club-Mate, einkaufen im Späti, cornern, WG-Parties, Whatsapp und seinem Leben als Rockstar. Die Reime sind geradezu liebenswert schlecht, die Beats strotzen vor 808-Ästhetik. Und spätestens bei Zeilen wie

Zweite Strophe dein Problem
der Sinn ist im Keller
Mein Flavour ist scharf und deiner Nutella […]

Du ’ne Latte und ich Cowboy-Kaffe
Du bekommst ’nen Regenwurm und ich ’ne Giraffe

oder dem großartigen ‘Aerobic (Skit)‘ driftet das Album hin und wieder in völligen Blödsinn ab. Die Pseudoballade ‘Grüne Welle‘, eine Liebeserklärung an einen Duftbaum, setzt der Platte die ironische Krone auf. Erwähnt seien hier auch noch ‘Fancy‘ und ‘It-Boys‘, bei denen Fitti sich Moonbootica beziehungsweise Felix Brummer von Kraftklub als Verstärkung eingeladen hat.

Mit seiner Welt aus Konfetti, Vitaminwasser, Neff-Käppis und VW hat sich MC Fitti innerhalb kurzer Zeit vom Geheimtipp zum Chartstürmer entwickelt; ‘#Geilon‘ macht einfach nur Spaß. Intelligent oder gar tiefgründig ist das Album sicher nicht, bringt einen aber zum Lachen. Und ‘30 Grad‘ ist bei den aktuellen Temperaturen zum durch die Stadt cruisen mit offenen Fenstern wohl die Hymne schlechthin.

MC Fitti – #Geilon
VÖ: 5. Juli 2013, Styleheads Music (Groove Attack)
www.mcfitti.de
www.facebook.com/mcfitti

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