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Veröffentlicht am 21.10.2013 | von Louisa

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WE ARE CHAPLIN – Konzertbericht


We Are Chaplin © Thomas Fähnrich

Einer der großen Vorteile daran, in einer Großstadt wie Köln zu wohnen, ist mit Sicherheit die tolle Auswahl an großen sowie kleinen Konzerten. Vorletzten Donnerstag fand ein Showcase in der ‚Kravalski Küche und Bar‚ statt. Im Sommer war die Location noch ein Frozen Yoghurt, im Winter befindet sich dort ein kuscheliges Restaurant. Und wie das bei einem Showcase so ist, gab es free Drinks & leckere Snacks, die jedes Studentenherz höher schlagen ließen.

Da Bedroomdisco aber kein Foodblog ist, nun mehr zum Konzert: We Are Chaplin heißt die Band und gespielt wurde im Keller des Restaurants, einem gemütlichen, kleinen Raum mit Gewölbe, wodurch eine fantastische Akustik zustande kam. We Are Chaplin, das sind Dali Bor und Pippo Vari, zwei Freunde, die vor ein paar Jahren von Deutschland nach London zogen, um in DER Musik-Hauptstadt Europas ihren Traum als Musiker zu verwirklichen. Wer schon mal in London war, weiß – es gibt keine Stadt, die multikultureller, vielfältiger oder inspirierender ist. Denn schon Samuel Johnson wusste „[…] when a man is tired of London, he is tired of life; for there is in London all that life can afford.“

Genau dieser Einfluss Londons spiegelt sich auch wieder in den Songs von We Are Chaplin. Elektro Pop, der unter die Haut geht und melancholischer kaum sein könnte, und dennoch so überraschend facettenreich ist, dass man nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll.

Dali Bor’s soulige Stimme wird rhythmisch umrahmt von Bass und Synths, die Songs sind minimalistisch und ausdrucksstark zugleich. Gänsehaut-Feeling vom Feinsten. Welcher Song das Highlight des Abends war ist schwer zu sagen, da jeder einzelne Song so eindringlich und gefühlvoll ist, dass man sich eigentlich gar nicht entscheiden kann. Gleich relativ zu Anfang wird ‚White Snow’ gespielt, ein Song der zum Mitsingen anregt, unter anderem durch die sehr catchy line ‚My Mama said there would be days like these’. Das Publikum ist wie gebannt, man lauscht andächtig den Klängen der Band, genießt den Moment und hofft insgeheim, dass er nie endet. Weiter geht’s mit Songs der ‚Living Room Sessions’: ‚People I know’, ‚Invisible Man’ und zu guter Letzt ‚Williamsburg’. Ein toller letzter Song für ein tolles Konzert, das vielleicht hätte länger, aber nicht intensiver sein können.

Und da man ja stets auf der Suche nach einem Soundtrack für die jeweilige Jahreszeit ist: die passenden Songs für die nachdenklichen, kalten Wintertage sind hiermit gefunden. Melancholisch, minimalistisch und soulig – die ideale Mischung. Gerade ist die zweite EP der beiden auf dem Kölner Label Trittgold erschienen und momentan arbeiten sie an ihrem Debütalbum. Wer schon mal einen kleinen Vorgeschmack bekommen möchte, sollte sich unbedingt ‚The Living Room Sessions‚ auf Vimeo ansehen, eine Reihe von Songs, die We Are Chaplin im heimischen Wohnzimmer produziert haben.

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