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Veröffentlicht am 3.02.2014 | von Dominik

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ALL THE LUCK IN THE WORLD – All The Luck In The World

And I said that I’d stay up all night
But you got drunk and so I lied
Cause when you’re drunk you just pick fights
And I’d say yeah I know you’re right
Because I know he cut you deep
And so I watch you fall asleep
And hope that you might dream of me
I’d hope that you might dream of me

(All The Luck In The World – Your Fires)

Was es dazu braucht, um durch die ersten Songs, aufgenommen im heimischen Wohnzimmer und einfach mal online gepackt, aus der schier endlosen Masse der Amateurbands entdeckt zu werden? Sicherlich unter anderem Glück, wenn vielleicht auch im Falle des irischen Trios All The Luck In The World der Bandname etwas hoch ansetzt. Trotzdem kann man, wenn man die Geschichte hinter dem letztwöchigen Debüt-Album-Release kennt, meinen, dass die drei Brightoner Musikstudenten das ganzen Glück der Welt gepachtet haben. Denn beim Durchforsten des Internets nach einem passenden Song für ihren neuen Werbespot, stießen die Macher hinter Trivago auf den Song ‚Never‚, der zu diesem Zeitpunkt schon 70.000 Youtube-Klicks verzeichnete hatte…und das obwohl der Song eigentlich nur aus Spaß heraus im Wohnzimmer entstanden war. Mittlerweile zeigt der Zähler der neuaufgenommene Version von ‚Never‘ auf Youtube fast eine Millionen Klicks…und die Trivago-Macher haben All The Luck In The World in Zusammenarbeit mit Haldern Pop in Form des Labels Barfilm eine Heimat gegeben. Zu viel Glück für ein gutes Album?

Die Hürde eines Hype-Hits wurde schon dem ein oder anderen Künstler zum Verhängnis, gerade wenn der Hit ohne größere Erwartungen entstand und die restlichen Songs des Debüts im Zwang der gewünschten Reproduktion dessen aufgenommen worden waren. Beim selbstbetitelten Debütalbum von All The Luck In The World fühlt man aber von Beginn an, dass sich dieser Fall nicht eingestellt hat, sondern sich die Band in ihrem Klangspektrum ausgetobt und ein ambitioniertes, aber gleichzeitig auch angenehm zurückgelehntes Coming-Of-Age-Album eingespielt hat. Sei es der intim-ruhige Beginn bei ‚Your Fires‚, bis zur Steigerung, samt mehrstimmigen Proklamieren und E-Gitarren-Schlagzeug-Lärmwand, das beruhigende Streicher-Akustik-Gitarren-Zusammenspiel bei ‚Haven‚ oder der sanft gezupfte Anfang von ‚Settle‚, der zum Ende hin von Gitarren-Geschrammel und der rauen Stimme von Neil Foot überlagert wird – die Herren wissen was sie machen und begeistern mit einem konsequenten Album, das eben nicht nur diesen einen Song bietet, den man gefühlt in jeder Werbeunterbrechung präsentiert bekommt.

Entfernt kommen einen Vergleiche zu den Villagers bzw. dessen Songwriter Conor J. O’Brien in den Kopf, deren Songs ähnlich zwischen intim und aufbrausend, zwischen Reflexion und Begehren pendeln, um sich dann doch wieder zu besinnen und einen mit einem guten Gefühl zu entlassen.

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All The Luck In The World – All The Luck In The World
VÖ: 31. Januar 2014, Barfilm Records
www.facebook.com/alltheluckintheworld‎

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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