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Veröffentlicht am 18.02.2014 | von Eva-Marie

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WILD BEASTS – Present Tense

Don’t confuse me with someone who gives a fuck
Funny how that little gold can buy a lot of luck
Don’t confuse me with someone who gives a fuck
In your mother tongue, what’s the verb ‚to suck‘?

(Wild Beasts – Wanderlust)

Einfach loslaufen. Ein langer beschwerlicher Spaziergang – man könnte ihn schon Wanderung nennen – durch eine verregnete Landschaft. Die Wolken hängen tief, aber der Wille hängt hoch. Wir gehen weiter, auch wenn wir nicht mehr können. Hiersein, um einfach durchzuhalten. Um dann von diesen wahnsinnigen Weitblick überwältigt zu werden: „It’s a feeling that I’ve come to trust„. So beginnt ‚Present Tense‚, das vierte Album, der aus Kendal (England) stammenden Wild Beasts. Das Album beginnt mit ‚Wanderlust‚ und die prägende Falsett-Stimme von Frontmann Hayden Thorpe gibt die Richtung an.

‚Present Tense‘ ist ein naturverbundes Album mit viel Hall, großzügigen Arrangements und, wegen der Stimme Thorpes, hat das immer so ein bisschen 80s-Ästhetik. Mit ‚Wanderlust‘ beginnt die Platte zwar direkt mit einem Höhepunkt, doch einen steilen Abfall hat man nicht zu erwarten. Schon mit ‚Mecca‚, also gerade einmal zwei Songs weiter, gibt es den nächsten “Ah, so schön klingen also die Wild Beasts” – Moment. Ein fließender Song mit leichtem Wellengang.

Die Lieder wirken alle sehr bedacht, so auch ‚Daughters‚, das mit einem reduzierten Drumbeat beginnt und die imposante Stimme Thorpes umspielt. Sehr melancholisch und kontrolliert hält sich der Sound im Zaum, wie von einer Oberflächenspannung gehalten. Und immer wieder diese kleinen, dramatischen Momente in der Instrumentierung, die einen weiter durch die nebelig, verregnete Landschaft wandern lassen. Es folgte das bezaubernde Stück ‚Pregnant Pause‚, das sich von einem Klavier getragen, sanftmütig auf die Ohrmuscheln legt.

Mit dem Titel ‚A Simple Beautiful Truth‚ beschreibt sich der Song fast selbst, denn er besticht durch seine Einfachheit, die nur gute Popmusik in sich trägt. Ohne peinliche, überproduzierte Momente, trotz der hohen Synthiedichte. Ähnlich ist das auch mit ‚Past Perfect‚. Wild Beasts haben einfach das Geheimrezept gefunden, wie sie die Stimme ihres Frontmanns am besten in Musik betten. Ein Bett aus Moos im Snythiepop.

Mit ‚Present Tense‘ kann man sich eine Auszeit nehmen. In aller Ruhe bauen sich die Songs auf und fallen am Ende genussvoll in die vernebelte Landschaft, die man sich in Gedanken zusammen gesponnen hat. Für manchen Geschmack eventuell ein bisschen viel Synthiesound, aber das weiß man bei den Wild Beasts ja vorher.

4von5

Wild Beasts – Present Tense
VÖ: 21. Februar 2014, Domino Records
www.wild-beasts.co.uk
www.facebook.com/wildbeasts

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