Kritik no image

Veröffentlicht am 31.03.2014 | von Tobias

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HOUSE OF CARDS – Die komplette Mini-Serie – Kritik

No one’s going down!

(Francis – House of Cards)

House of Cards‚ ist gerade in aller Munde. Nicht nur wegen seinem Staraufgebot, dem coolen Look oder der fesselnden Story, sondern auch wegen der eigenwilligen Produktionsmethode (Nachzulesen in unserer Bedroomdisco-Kritik hier). Dass die Serie aber auf einer britischen Serie mit selbigen Titel basiert, wissen die Wenigsten.

Die Geschichte der beiden Serien unterscheidet sich nur sehr wenig. Auch in dem britischen Original dreht sich alles um Fraktionsführer Francis Urquhart (Ian Richardson). Francis erhofft sich eine Beförderung, nachdem seine Partei die Wahlen gewonnen hat. Der Ministerposten rückt aber sehr schnell in weite Ferne, nachdem der neue Premierminister sein Versprechen ihm gegenüber gebrochen hat. Von diesem Moment an sinnt Francis auf Rache und beginnt seinen Weg voller Verrat, Korruption und Sex, an dessen Ende sein machtpolitischer Aufstieg stehen soll.

Natürlich würde kein Hahn nach der Serie krähen und wahrscheinlich wäre es auch eher unwahrscheinlich, dass sie diese Tage eine Veröffentlichung auf DVD bekommt. Aber durch den immensen Erfolg des Remakes sind die Karten neu gemischt. Ausgestrahlt wurde ‚House of Cards’ 1990 in England auf dem Sender BBC. Das ist eine Ewigkeit her und viel hat sich seitdem getan. Die Serie ist deswegen insbesondere als Zeitzeugnis interessant. Es zeigt eine Ära in der Serien noch das uneheliche Kind der Filmwelt darstellten und über welche am besten nicht öffentlich gesprochen werden sollte. So wirkt dann auch die Aufmachung der Serie. Schlechtes Make-up, eindimensionale Ausleuchtung und eine Geschichte die sehr, sehr grob erzählt wird und jeglichen Innovationen vermisst.

Das war Gang und Gebe und es ist schwer sich in diese Zeit zurückzudenken. Wahrscheinlich war ‚House of Cards’ damals eine Erfrischung im tristen Fernsehalltag und durchaus spannend. Heute schmunzelt man über die Inszenierung, die machohaften Rollen der Männer und die devote Darstellung jeglicher Frauen.

Faszinierend ist zu sehen, wie die Verantwortlichen bei Netflix in dieser alten Serie Potential für einen Kracher gesehen haben. Storylines sind übernommen worden und selbst Dialoge findet man gleich in der Adaption mit Kevin Spacey. Der Rest wurde aber konsequent in die heutige Zeit verfrachtet, in dem das Fernsehen schon lange die Welt des Kinos überholt hat und Fernsehserien den neuen Erzählstandard definieren.

Regie: Paul Seed
Darsteller: Ian Richardson, Susannah Harker, David Lyon, Miles Anderson, Penny Guy
DVD-VÖ: 25. März 2014, Ascot Elite Home Entertainment

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Über den Autor

Tobias ist 31, Schwabe aus Überzeugung, trägt aus Prinzip keine kurzen Hosen. Liebt Musik, Bücher, Filme und Schnitzel.



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