Kritik no image

Veröffentlicht am 16.03.2014 | von Julia

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THE PHILOSOPHERS – Filmkritik

Ich möchte die nächsten 20 Jahre damit verbringen, dir zu sagen, wie sehr ich dich liebe.

(James – The Philosophers)

In einem Gedankenexperiment begibt sich ein studentischer Philosophiekurs unter der Leitung ihres Lehrers Zimit (James D’Arcy) auf die Reise in eine Zukunft nach der Atombombe. Doch im Bunker ist nur Platz für 10 Personen, um nach einem Jahr den Fortbestand der menschlichen Rasse zu sichern. Welche Fähigkeiten und Qualitäten zählen und auf wen müssen sie verzichten? In den traumhaften Kulissen Indonesiens und den Tempeln von Angkor Wat inszeniert Regisseur und Drehbuchschreiber John Huddles eine absurde Geschichte, die trotz der intellektuellen Fragestellung manchmal so platt daher kommt, wie ein Musicclip.

An einer internationalen Schule in Jakarta studieren Petra (Sophie Lowe) und ihre Freund James (Rhys Wakefield). Am letzten Tag des Schuljahres ordnet Lehrer Zimit den 20 Versuchspersonen per Zufallsprinzip Eigenschaften und Fähigkeiten zu. In verschiedenen Runden und Konstellationen erproben die Insassen des Bunkers ihre Überlebensfähigkeit. In einem Wechsel zwischen der Realität des Klassenzimmers und der Utopie des atomar verstrahlten Indonesiens diskutieren die überschminkten und überinszenierten Teeniestars mit den Mitteln der Logik und des Utilitarismus. Die Verantwortung für das Experiment übernimmt am Ende die beste Schülerin Petra, die die Fragen nach Moral und Zweckmäßigkeit neu bewertet und ihre Mitschüler eines Besseren belehrt. Das fasziniert auch Lehrer Zimit, für den sie wie sich herausstellt eine spezielle Rolle spielt.

Ab der Hälfte der 112 langen Minuten wird es recht fadenscheinig, das Storytelling schwach und Regisseur Huddles hätte uns einige unnötige Szenen ersparen können – trotz allem bietet „The Philosophers“ zumindest Anstöße für weitere Überlegungen und den ein oder anderen peinlich berührten Lacher. Merkwürdig und unpassend fällt die musikalische Untermalung aus.

Diese utopisch anmutende Inszenierung reicht leider nicht an Klassiker wie Scott Pilgrim heran und bietet deutlich mehr für das Auge als das Gehirn. Ein durchschnittlicher Film, der 2013 auf dem Fantasy-Filmfest seine Deutschlandpremiere feierte.

Regie: John Huddles
Darsteller: James D’Arcy, Sophie Lowe, Daryl Sabara, Freddie Stroma, Rhys Wakefield
DVD-VÖ: 18. Februar 2014, Ascot Elite Home Entertainment

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