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Veröffentlicht am 1.08.2014 | von Tobias

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THE AMERICANS – Staffel 1 – Kritik

Es wird dreckiger und viel gefährlicher.

(Elizabeth Jennings – The Americans)

Anfang der 1980er Jahre tobt zwischen den USA und Russland der Kalte Krieg. Zu dieser Zeit leben in Washington das Ehepaar Phillip (Matthew Rhys) und Elizabeth Jennings (Keri Russell). Sie haben ein normales Leben – Job, zwei Kinder und ein paar wenige Freunde, mit denen sie sich ab und an zum Essen verabreden. So jedenfalls der Schein. In Wahrheit sind die beiden jedoch KGB-Agenten, deren Ehe nur zur Tarnung arrangiert worden ist. Ihre Aufgabe ist es, die Machenschaften der USA zu unterbinden und Russland so stets einen Vorteil zu verschaffen. Doch ihre Geheimnisse bringen immer mehr Probleme mit und als dann noch der FBI-Agent Stan (Noah Emmerich) in ihre direkte Nachbarschaft zieht, scheint es als ziehe sich die Schlinge um den Hals des Ehepaars immer enger.

Der Kalte Krieg ist schon lange vorbei und für die jüngere Generation vielleicht nur noch von Erzählungen der Eltern geläufig. Einschneidend war diese Epoche auf jeden Fall und deswegen auch nicht verwunderlich, dass dieser Thematik eine Serie gewidmet wird. Spannend insbesondere deswegen, weil die Geschichte zu meist aus der Sicht der KGB Agenten erzählt wird. Bei einer USA Serie hätte man eine andere Erzählstruktur erwartet. Und hier hören die positiven Eigenschaften dieser Serie noch nicht auf.

Natürlich bewegt sich ‚The Americans’ ganz klar im Genre der Action-Serie. Nimmt sich jedoch immer wieder zurück. Die Fälle und Aufgaben sind spannend, doch in jeder Folge wird sehr hoch auf den emotionalen Part der Figuren eingegangen. Das sei zum einen die immer komplizierter werdende Beziehung zwischen Phillip und Elizabeth zueinander, aber auch zu deren Kindern. Diese werden immer erwachsener, bekommen immer mehr von ihrer Umgebung mit und hinterfragen das Verhalten der Eltern immer mehr.

In keiner Folge wird eine klare Seite bezogen. Jeder der Beteiligten ist grausam und nützt Situationen ohne Rücksicht auf Verluste aus. Kein USA Patriotismus, der das Sehvergnügen durchaus eingeschränkt hätte.

Kritik muss man an der historischen Einordnung der Serie üben. Viel über die Zusammenhänge und Abläufe wird ohne historischen Kontext eingebunden und führt dazu, dass man sich durchaus in einem Mikrokosmos bewegt. Hier wäre es wünschenswert gewesen, wenn an der ein oder anderen Stelle mehr über den großen Zusammenhang des Kalten Krieges in die Serie mit eingeflossen wäre.

Ein großartiger Start für eine Serie, über eine Thematik die bisher in Serien vollkommen abwesend war. Durch die ausgeklügelte und gut durchdachte Erzählweise besteht bei dieser Serie Suchtgefahr. Durch die vielen offenen Strohgeflechte ist die Hoffnung auf Staffel 2 groß.

Schöpfer: Joseph Weisberg
Darsteller: Keri Russell, Matthew Rhys, Holly Taylor, Keidrich Sellati, Noah Emmerich
DVD-VÖ: 18. Juli 2014, Twentieth Century Fox

 

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Über den Autor

Tobias ist 31, Schwabe aus Überzeugung, trägt aus Prinzip keine kurzen Hosen. Liebt Musik, Bücher, Filme und Schnitzel.



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