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Veröffentlicht am 18.03.2015 | von Eva-Marie

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GAZ COOMBES – Matador

Gaz Coombes - Matador CD-Kritik

It’s alright, the end’s in sight. Worry fades the soul away.
I’d take the hurricane for you.
Who am I? Who am I? I couldn’t operate
God knows I want it too

I’m looking out I feel the lights of the cars
Innocence, falling pain. If I make the night, I’m home and dry.

You love, in the morning, hearing the city’s song
Lay your heart down on mine
No need to cry, we’re home and dry

(Gaz Coombes – The English Ruse)

Gaz Goombes, seines Zeichens Sänger der 90er Indieband Supergrass, hat mit ‚Matador‚ sein zweites Album veröffentlicht. Seit 2010 ist er solo unterwegs und hat keine einfache Zeit hinter sich. Drogenexzesse und Selbstzweifel prägten sein Leben, sodass auch das Album sehr emotional daher kommt. Gaz präsentiert sich auf ‚Matador‘ als gewachsener Songwriter.

Es scheint, als ringe er als Matador mit seinem Leben. Diese kämpferische Metapher hält er auf seiner Platte fest. Die Emotionen sind so spürbar, als sitze man mit Gaz in einer rauchigen Bar und lauscht dabei seiner Geschichte. Und diese Geschichten sind gleichermaßen rau und zuversichtlich. „Cause all my tears, turn to sand, you’re my only hope, run in circles, lost my way, I found the only road„, singt er mit starker Stimme in der letzten Strophe des Openers ‚Buffalo‚. Die Struktur: ein Popsong. Momente mit Drama und und ruhige Strophen. Alles ein bisschen over the top, so wie man es von ihm gewohnt ist.

Eine schnöde Pop-Platte ist es aber nicht geworden. Ganz im Gegenteil, die zweite Soloplatte ist der ersten deutlich überlegen: Ein zu einem Album gewordener Selbstfindungstrip mit schnell liebgewonnen Höhepunkten. ‚20/20‚ ist einer davon. Der baut sich langsam auf und erinnert anfangs an einen etwas zu popig geratenden Radiohead-Song. Doch dann ändert sich der Gesang Goombes, der die Stimmung langsam anhebt und bei etwa der Hälfte des Songs in einen kindlichen Lo-Fi-Sound mündet: „I’d take the hurricane for you„. Darauf folgt ‚The English Ruse‚. Ein Song, der getrost Platz auf dem letzten Arcade Fire Album gefunden hätte. Angenehm tanzbar mit viel Uh uh uh, was er auf der Platte gerne öfter einstreut.

Von Song zu Song wird deutlicher in welchem Flow Gaz Coombes ‚Matador‘ aufgenommen haben muss. Er scheint seine Rolle als Solokünstler besser auszufüllen und glänzt als Arrangeur lieblicher Harmonien, Schreiber bedeutungsschwerer Texte und mit einer neu gewonnen Leichtigkeit, was sogar in einem Song wie ‚Detroit‚ deutlich wird, in dem er seine Drogenvergangenheit besingt. Schwermut und Zuversicht liegen bei ‚Matador‘ nah beieinander, ohne dabei richtig schlimm kitschig zu wirken. Hier und da ist es vielleicht ein bisschen viel Uh Uh Uh und ein bisschen viel Pop. Ein bisschen wünscht man sich einen Song, wo nur er und eine Gitarre zu hören sind. Am ehesten entspricht der letzte Song ‚Matador‚ diesem Wunsch. An manchen Stellen ist es einfach sehr dick aufgetragen, was wiederum Freunde von avantgardistischen Popmelodien freuen dürfte. Wer die Stimme und dramatische Kompositionen mag und ein Blick in das Innere von Gaz Coombes werfen möchte, kann mit ‚Matador‘ jedenfalls nichts falsch machen. Manch andere dürfte vom Sound dagegen ein wenig erschlagen werden. Ganz viel Pathos bis zum Schluss.

3-4von5

Gaz Coombes – Matador
VÖ: 23. Januar 2015, Caroline
www.gazcoombes.com
www.facebook.com/GazCoombes

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