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Veröffentlicht am 10.03.2015 | von Lara

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SIZARR – Nurture

Oh Einsamkeit,
your company’s a devious crime,
and unaware of all the turns it would take,
i had to make you mine,
oh einsamkeit my interior’s wasted land,
my hips and lips lie idle,
for yours to replan

(Sizarr – Baggage Man)

Sie waren die Newcomer des Jahres 2013 – Sizarr aus Landau mischten mit ihrem Debüt ‚Psycho Boy Happy‚ die deutsche Musikerszene mächtig auf. Ihr spannender Mix aus Tropical Pop, Synthie-Pop und R´n´B machten die Jungs schnell zu Lieblingen von Kritikern. Jetzt erscheint ihr lang ersehnter Nachfolger ‚Nurture‚, auf dem sie zwar reifer klingen, doch leider nicht mehr mit der Dynamik des Vorgängers mithalten können.

Mit ‚Psycho Boy Happy‘ verschaffte sich das Trio viel Aufmerksamkeit in der deutschen Musiklandschaft dank ihres vielschichtigen Sounds aus digitalen Effekten und rhythmischen Klängen. ‚Nurture‘ ist etwas abgespeckter; große Synthiespuren sind kaum noch vorhanden. Dafür klingen die Songs ausgearbeiter als auf dem Debüt. Opener ‚Clam‚ zeigt diese Entwicklung sofort auf: Fast schon könnte man den Track als Indie-Rock abstempeln, wäre da nicht hin und wieder die elektronischen Teile, die das Stück ein Ticken voluminöser machen. Im Laufe des Albums wird auch der große Einfluss der 80-er Popmusik deutlich, den zum Beispiel ‚Timesick‚ zelebriert. Percussions und Bass geben hier den Ton an. Die Kompositionen sind jedoch geradliniger und weniger basslastig als das Artpop-inspirierte Erstwerk.

Man merkt, dass Sizarr versuchen, mehr nach einer Band zu klingen. Doch an manchen Stellen kommt das Album nur schwer in die Gänge. Vielleicht liegt es auch daran, dass man nach dem sehr rhythmischen Debüt etwas noch Größeres erwartet hätte. Tracks wie ‚Baggage Man‚ mit Reggae-Beat oder das tropische ‚You & I‚ weisen zwar eingängige Strukturen auf, doch man wünscht sich einfach mehr Power dahinter. Auch die erste Single ‚Scooter Accident‚ macht klar, dass der Sound etwas an Dynamik eingebüßt hat. Langsam baut sich der Track auf und mündet in einen düstere R´n´B-Beat. „Everytime you touch my face I feel the darkness caressing me„, singt Sänger Fabian mit gewohnt zerbrechlicher Stimme. Trotz der feinen Arrangements bleiben die Hits auf dem Album aus. Gegen spritzige Tracks wie ‚Boarding Time‚ oder ‚Purple Friend‚ kommen die neuen einfach nicht an.

Keine Frage: ‚Nurture‘ ist ein sehr ambitioniertes Album, doch es ist schade, dass Sizarr auf die breiten Klangflächen und vielen Loops verzichtet haben. Denn das war doch genau ihre Stärke.

3von5

Sizarr – Nurture
VÖ: 27. Februar 2015, Four Music
www.sizarr.com
www.facebook.com/SizarrOfficial

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