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Veröffentlicht am 25.08.2015 | von Lara

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ABBY – Hexagon


Foto © Sophie Krische

Go away my demon
Go with me now
Leave your hands in a castle
Burn it down
Be my guidance in the dark
Be my friend
Free me on your will
And hush
Children of my sorrow
Throw away your guns
Leave your hearts and promise
You burn them down
Take a lovestain from my heart
Brush it off
Free me on your will
And hush

(Abby – Hush)

Vor zwei Jahren machte ein Berliner Band mit dem schlichten Namen Abby auf sich aufmerksam, die, von der Popakademie entsannt und mit einem Major-Plattendeal in der Tasche, ihr erstes Album namens ‚Friends & Enemies‚ aufnahm. Eingängiger Indie-Pop mit bisschen Elektro – der sichere Weg für ein Pop-Debüt. Die Band war von vielen anderen beeinflusst, aber mit dem eigenen Sound hat es noch ein wenig gehakt. 2015 sieht die Welt da etwas anders aus. Der Nachfolger ‚Hexagon‚ ist quasi das Gegenstück zu dem fröhlichen ‚Friends & Enemies‘. Düster, verzerrt, eigen und vor allem sehr, sehr elektronisch.

Die erste Auskopplung ‚Hush‚ ist etwas ‚Paint It Black‚-mäßig und begeistert direkt mit einem psychedelisch-elektronischen Beat und Sänger Filous hohen, dramatischen Stimme. Der Song ist ganz anders als das, was Abby bisher geliefert haben. Besonders an die vibrierende Stimme des Sängers muss man sich erst mal gewöhnen. Abbys Begeisterung für Deep House und Techno kommt bei einigen Liedern zum Tragen, wie zum Beispiel auf Titeltrack ‚Hexagon‚, der problemlos in der Berliner Hipster-Disco gespielt werden könnte. Was die Platte deutlich von ‚Friends & Enemies‘ unterscheidet ist ihre Experimentierfreudigkeit mit abgehackten und frickligen Songbausteinen. ‚Halo‚ ist so eine Mischung aus hymnisch und experimentell. „I look under your halo“, singt Filou inbrünstig und klingt wie Wild Beasts‘ Hayden Thorpe, der ja Meister in Sachen dramatischer Falsett-Gesang ist. Dabei knirscht und heult es aus den Synthies. Sagen wir es mal so: Wenn ‚We Don´t Worry‚ vom ersten Album Soundtrack für eine Schweighöfer-Komödie ist, dann ist das hier eher was für Tim Burton und Co. Charmant unkonventionell. ‚EMA‚ ist allein deshalb schon interessant, weil er Ausschnitte aus M.I.A´s ‚Bad Girls‚ sampelt und alles zusammen einfach verdammt cool klingt. Abby können also auch R´n´B.

Ein typischer Abby-Ohrwurm darf natürlich nicht fehlen. ‚Time Is Golden‚ ist so einer: Indie-Pop mit Streichern und neuerdings auch weiblichem Gesang, der dem Song mehr Volumen gibt. Noch spannender ist allerdings ‚Hold Out And Drive‚, das schön spukig anfängt und sich zu einem groovigen House-Track aufbaut. Die Gitarren erklingen zum House-Beat während Filou „gold and brave we hold out to the sun“ singt – vergleichbar als das etwas dunklere Pendant zu ‚Riddle‚ vom ersten Album. Abby zeigen auf ‚Hexagon‘, dass sie markant klingen und sich von der Masse abheben können. Ihr Faible für gute Beats und prickelnde Melodien stellen sie erfolgreich unter Beweis. Auch wenn der Nachfolger nicht unbedingt ein typisches Hit-Album ist, so ist es doch ein echt rundes Ding geworden mit vielen überraschenden Momenten.

4von5

Abby – Hexagon
VÖ: 28. August 2015, Island Records
www.searchingforabby.com
www.facebook.com/searchingforabby

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