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Veröffentlicht am 5.08.2015 | von Lisa Bombe

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Herrenmagazin – Sippenhaft

Will keine Gläser heben, ich schlage keine Hand.
Die Zeichen, die sie geben sind alle so bekannt.

Es ist kein Meer der Weisheit, sondern der Beckenrand.
Das ist dein eigener Kleingeist und alles so bekannt.

(Herrenmagazin – Alles so bekannt)

Herrenmagazin feierte letztes Jahr ihr 10-jähriges Bandbestehen. In den mittlerweile 11 Jahren Bandgeschichte entstanden vier Alben. Jedes so unterschiedlich, schön und besonders auf seine eigene Art . Die neue Platte der Hamburger, die den Namen ‚Sippenhaft‘ trägt erscheint auf dem Indie-Label Grand Hotel van Cleef und man darf behaupten, dass die Band endlich ihr passendes Label gefunden hat.

Die Platte beginnt bei dem Song ‚Ehrenwort‘ mit leisen Klaviertönen. Kurz darauf geht es gewohnt melodisch weiter, wie man es von dieser Band kennt. „Es ist so wie ein Verräter, der die Wahrheit spricht“, spätestens nach diesem Song weiß man: Herrenmagazin sind endlich wieder da! Genau so typisch Herrenmagazin ist auch der nächste Song ‚Halbes Herz‚: „Doch bei einem halben Herzen, kommt nie der ganze Mut zusammen. Du kannst die Dinge nicht verwerfen, nur um sie irgendwo wieder aufzufangen“.

Alles so bekannt‚ hingegen klingt anders. Düsterer. Man wird anfangs in eine Ecke gedrängt und danach sofort liebevoll umarmt mit dem Gefühl, dass alles irgendwie gut wird. Da kommt wieder einmal das Talent von Deniz Jaspersen zum Vorschein, wie er mit seinen Worten Hoffnung schenkt und weitergibt. Ziemlich ruhig hingegen ist der Titel des gleichnamigen Albums ‚Sippenhaft‘. „Wo wurde ich da nur reingeboren?“ ,wird immer wieder gesungen und verleitet zum Nachdenken. Hier liegt das Detail im musikalischen Aufbau des Stückes, da es sehr reduziert und doch so aussagekräftig klingt. Eine perfekte Ballade, die mit Recht den Albumtitel trägt.‘

Gärten‚ hingegen kommt sehr poppig herbei, vielleicht auch zu sehr. Es ist leicht ungewohnt, aber doch erwischt man sich beim Mitsummen: „Alles, was dir weh tut kommt zuerst“. Ganz anders klingt es wieder bei ‚Käferlicht‘. In diesem Lied wird eine herzallerliebste Geschichte, die eine kleine Melancholie mit sich trägt, erzählt. Diese Melancholie bei Herrenmagazin ist eines der Dinge, die diese Band einfach besonders macht. Die Kunst mit den Worten zu spielen und sich doch verstanden zu fühlen.

Auf dieser Platte zeigen sich Herrenmagazin experimentierfreudiger, aber auch ruhiger. Beim mehrmaligen Hören entfaltet die Platte ihren eigenen Charme: Anspruchsvolle Texte und das Herz in der Musik. Auf weitere 10 Jahre!

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Herrenmagazin – Sippenhaft
VÖ: 7. Agust 2015, Grand Hotel van Cleef
www.herrenmusik.com
www.facebook.com/Herrenmagazin

 

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