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Veröffentlicht am 2.10.2015 | von Lisa Wilde

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KURT VILE – Believe I’m Goin Down

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Then he woke up this morning
Didn’t recognize the boy in the mirror
Then laughed and said, “Oh silly me, that’s just me”
Then I proceeded to brush some stranger’s teeth
But they were my teeth, and I was weightless
Just quivering like some leaf come in the window of a restroom

And I couldn’t tell you what the hell it was supposed to mean
Cause it was a Monday, no a Tuesday, no Wednesday, Thursday, Friday
Then Saturday came around and I said, “Who’s this stupid clown blocking the bathroom sink?”
But he was sporting all my clothes
I gotta say pretty pimpin

(Kurt Vile – Pretty Pimpin)

Kurt Vile, seinerseits Ex-Mitglied von The War On Drugs, stellte vergangenen Donnerstag sein sechstes Studioalbum ‚Believe I’m Going Down‘ vor. Und auch hier gibt der Singersongwriter aus Philadelphia seiner Eigenbrödlerei den gewohnten Raum ohne dabei allzu abgehoben zu klingen. Schon der Titel verrät, Vile gibt seine tiefsten Empfindungen preis, er ist überwältigend ehrlich und gleichzeitig ein echter Sympathieträger dieser Mann mit der Matte.

Der Opener und wohl zugleich bester Song der Platte ‚Pretty Pimpin“ scheint dabei Stellvertreter für das Konzept der Platte zu sein. Offen berichtet Vile über sich, ertappt sich dabei an Selbstmitleid und reißt doch noch die Kurve ins Selbstironische. Lyrisch drehen sich die insgesamt 12 Songs dabei häuptsächlich um die Schwierigkeiten des Lebens, um den innerlichen Zerfall, um Verzweiflung und Depression, musikalisch dagegen scheint ‚B’lieve I’m Going Down’sich zunehmend an folkigeren Elementen zu bedienen. In Outlaw ersetzt Vile das übliche Gitarrenpicking mit einem Banjo, in anderen Stücken wiederrum setzt er auf Egitarre, die in diesem Kontext soundmäßig an Neil Young höchstpersönlich erinnern mag. Die für ihn typischen Gitarrenausbrüche bleiben dabei aber leider aus, obwohl es sich textlich so anbieten würde.

So verfällt die Platte in eine Grundruhe, allerdings nicht jene leichte, sondern vielmehr schweigende, die von einer Traurigkeit handelnde, die zum Glück an vielen Stellen an die übliche Kurt Vile-Lässigkeit übergibt. Das Fernbleiben von Stress und Unruhe möchte man allerdings schon fast als Stärke dieser Platte betrachten, denn zweifelsfrei Reihen sich die Songs logisch aneinander und bilden ein homogenes Gesamtkonzept. Am Kopf und Ende stehen umrahmend dabei die beiden Kracher: ‚Pretty Pimpin“ und ‚Wild Imagination‘ stellen die vielleicht sogar besten Songs Viles überhaupt dar. Insgesamt handelt es sich aber trotzdem um eine Platte, der man offen entgegen treten muss, so findet der aufmerksame Zuhörer an jeder Ecke geniale Kniffe. Eins steht in jedem Fall fest: Niemand kann ehrlicher und zugleich ironischer von Traurigkeit singen als Kurt.

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Kurt Vile – Believe I’m Goin Down
VÖ: 25. September.2015, Matador
www.kurtvile.com
www.facebook.com/kurtvileofphilly

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