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Veröffentlicht am 24.05.2016 | von Sophia Sailer

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NEW FOUND LAND – Lore

New Found Land - Lore

Know yourself
You’re the prophet
You’ve got access to infinite sources
(Phythia – New Found Land)

Hinter New Found Land versteckt sich eigentlich eine in Berlin lebende Schwedin namens Anna Roxenholt. Diese veröffentlicht mit ‚LORE‘ jetzt ihr viertes Album, das, wie so viele andere aktuelle Alben auch, noch elektronischer ist, als die Vorgänger. Dazu fand sie nur selten Inspiration im eigenen Leben, sondern in Mythen und Geschichten, die einen einmal um die halbe Welt führen – von Schweden nach Ägypten über Delphi.

Da kann es durchaus mal minimalistisch zugehen, wie im Titeltrack ‚New Found Land‘, oder poppig-flippig, wie in der Vorabsingle ‚Chateau‚ – beides überzeugt. Grundsätzlich durchzieht das Album aber ein roter Faden, der in diesem Falle aus der zarten Stimme der Wahlberlinerin und purer Elektronik gewebt ist.

Wo ‚New Found Land‘ durch reduzierte, minimalistische Beats glänzt, langweilt ‚Ordinary Love‚ aufgrund einer dahindümpelnden, seichten Melodie ohne klare Struktur oder Höhepunkt, auf den man irgendwie die ganze Zeit wartet. Die Synthies aus ‚Late Blooming Dancer‚ versprechen zunächst, den Vorgänger wieder gut zu machen, aber selbst, wenn New Found Land hier in kurzen Momenten an erinnert – so richtig Stimmung kommt nicht auf. Denn erneut fehlt das gewisse Etwas, ein Höhepunkt, auf den der Song hinarbeitet. Es bleibt aber leider bei Retrosynthies und monotonem Gesang. Und auch mit dem darauffolgenden ‚Walpurga‚ hat man so seine Probleme. Es wirkt zerstückelt, nicht kohärent und irgendwie strange, obwohl die Parts abseits des Refrains durchaus vielversprechend klingen und der Song gen Ende die abrupten Stimmungswechsel vom Anfang in den Hintergrund drängt. Dann doch lieber das groovige ‚Blue Hole‚, welches sich mit kurzer Chor-Einlage und langsamen Beat deutlich Richtung R’n’B bewegt. ‚The Last Laugh‚ bildet das Schlusslicht und tut dies mit Bravur – ähnlich wie er Opener ‚Phytia‚ verlässt es sich größtenteils auf rohe Elektronik mit gezielt gesetzten Akzenten.

‚LORE‘ ist nicht schlecht. Es ist eben leicht bekömmlicher Pop, der sich meistens auf gewohnte Muster verlässt und so auch ganz gut funktioniert – es ist aber eben auch nichts Bahnbrechendes. Hoch anrechnen kann man ihr trotz allem, dass sie nach dem Durchhänger in der Albummitte noch mal die Kurve kratzt und diesen zum Ende hin verwischt.

2von5

New Found Land – Lore
VÖ: 27.Mai 2016, Fixe (Broken Silence)
http://new-found-land.se/
https://www.facebook.com/newfoundland

Am Freitag findet die Record Release Show von New Found Land in Berlin statt (https://www.facebook.com/events/1664532827140903/). Wir verlosen dafür 1×2 Tickets. Ihr wollt gewinnen? Dann schreib uns bis zum 26. Mai eine Mail mit dem Betreff ‚New Found Land‘ und schon habt ihr die Chance auf das Konzert. Viel Erfolg

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