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Veröffentlicht am 15.08.2016 | von Jana

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ANDY SHAUF – The Party

Andy Shauf - The Party CD-Kritik
Foto-© Geoff Fitzgerald

Martha sways, and I follow suit
She fills my glass, and I toss it back
Into the space that once held you
Dance, dance to the radio
While the devil takes control

(Andy Shauf – Martha Sways)

Das Saxophon und Klarinette haben in der Popmusik eine lange Tradition und doch einen zwiegespaltenen Ruf. Mit Hang zum Kitsch ist der Weg zu seichter Barmusik und Easy Listening nicht weit.
 Andy Shaufs Album ‚The Party‚ beginnt mit ‚Magician‚ mit einem sehr präsenten Saxophon, das auch im Laufe des Albums immer wieder hervorsticht. So bekommen die Songs zwar den Anstrich melancholischer Barmusik, nie aber triften sie in seichte Gewässer ab. Das liegt auch an Andy Shaufs Talent fürs Geschichten erzählen. Zwischen Party und Drama sucht er seine Protagonisten.

Melancholie mit fröhlichem Anstrich, beschwingte Melodien mit traurigen Stories. Damit gibt er sich in die wunderbare Gesellschaft von Singer-/Songwritern wie Wilco und Monta. Auch Jens Lekman scheint nicht allzu fern. Eine Party ist Spaß, aber nicht selten auch der Ort für große Dramen, fürs einsam Rumstehen und die kleinen großen Gespräche. Andy Shauf beobachtet, packt ein und macht großartige Songs daraus. Pointiert und elegant fasst er all die kleinen und großen Dramen der Nacht zwischen Tanzfläche und Küchengesprächen zusammen. Tragikkomisch und – wie in einem alten Film – leicht angestaubt. Manchmal lakonisch, aber immer behutsam betrachtet er seinen Charaktere. Überhaupt ist Andy Shauf ein großer Geschichtenerzähler, was sein Album davor bewahrt in Plattitüden und Klischees abzukippen. „Dance, dance to radio“ zitiert er in ‚Martha Sways‚, dem letzten Song des Albums, mit leidendem Singsang, ‚Transmission‚ von Joy Divison, so dass einem die Füße wie gelähmt stehen bleiben und jegliche Euphorie der Tanzfläche auf einen Schlag verschwindet. Auch der letzte Gast der Party geht irgendwann.

Und dann ist da noch dieses Gefühl, dass einem alles so merkwürdig vertraut vorkommt, wenn man Songs wie ‚Early to the Party‘ hört. Das Gefühl, die Stimme, wie alte Freunde und dann summt man plötzlich ‚Farewell dear Ghost‚ von Monta und erinnert sich an weitere Songs eins alten fast vergessenen Lieblingsalbums. Ein treuer Begleiter, dessen Melodien plötzlich wieder da sind. Vielleicht wird ‚The Party‘ ein ebenso beständiger Begleiter. Die Chancen stehen gut.

4von5

Andy Shauf – The Party
VÖ: 20. Mai 2016, Anti
www.andyshauf.com
www.facebook.com/andyshaufmusic

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