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Veröffentlicht am 30.03.2017 | von Jonathan Hirschhäuser

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KRAKÓW LOVES ADANA – Call Yourself New

I don’t want another sad guitar
Playing in my head
So hungry for words!
So hungry, it hurts!

I don’t want another sad guitar
Playing an unexpected song
That feels unfamiliar
But somehow not wrong

(Kraków Loves Adana – Not Another Sad Guitar)

Mit den obigen Lyrics beschreibt Sängerin und Komponistin Deniz Cicek alles, was man über das neue Album ihrer Band Kraków Loves Adana wissen muss. Vielleicht ist noch zu erwähnen, dass der mittlerweile dritte Langspieler der Hamburger Call Yourself New heißt. Okay, dass es auf dem Label Better Call Rob erscheint, welches von den anderen 50% des Duos, Robert Heitmann, geleitet wird, hat sie textlich auch nicht angesprochen. Sobald es aber um die Musik geht und nicht mehr um irgendwelche sekundär wichtigen Facts, trifft Cicek selbstironisch den Nagel auf den Kopf. Neben den oft traurigen Gitarren dominiert vor allem ihr dunkler Gesang. Für alle, die tiefe weibliche Gesangsstimme nicht immer mit Lana Del Rey vergleichen wollen: Deniz Cicek ist die neue Referenz.

Musikalisch ist Call Yourself New beim ersten Hören tatsächlich unfamiliar, um bei der Analogie zu bleiben. Doch schon nach dem zweiten Anspielen denkt man sich schnell: „Das kenne ich doch! Sind das nicht die Gitarren der Foals? Oder hier der Anfang von einem The National Song?“ Die Wahrheit ist, dass die zehn Lieder allesamt eingängig und eigenständig sind. Die wohlausgewählte erste Single Never Quite Right ist ein gutes Beispiel: Eine geloopte Gitarrenmelodie ist oft das Grundelement, dazu ein unterstützendes Schlagzeug für den obligatorischen Kopfnickeffekt. Um diese Achse herum scheint sich der Song zu entfalten und weiter und weiter zu wachsen. Cicek singt lässig von Momenten, die nie perfekt sind. Erst in der Brigde wird es emotionaler. Backing Vocals, eine zweite Gitarrenspur und ein Xylophon öffnen den Sound und „…suddenly it feels right“. Das ist gutes Songwriting mit einfachen Elementen. Das bleibt im Ohr.

Mehr Emotionen und der gelegentliche Griff zum Verzerreffekt hätten dem Album sicherlich gut getan, denn insgesamt erscheint das Album als Gesamtbild zu brav. Nichtsdestotrotz macht die außergewöhnliche Emulsion aus der spröden Gitarre, dem trockenen Schlagzeug und dieser mystischen Stimme eindeutig Spaß.

Kraków Loves Adana – Call Yourself New
VÖ: 24. März 2017, Better Call Rob
www.krakowlovesadana.com
www.facebook.com/krakowlovesadana

Kraków Loves Adana Tour:
25.04.17 Nachtasyl, Hamburg
26.04.17 Monarch, Berlin
27.04.17 Ostpol, Dresden

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