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Veröffentlicht am 3.04.2017 | von Merle

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MIGHTY OAKS – Dreamers

Let‘s escape it all (we‘ll escape it all).
And never look back again (won‘t look back again).
Baby, let‘s go get lost (oh let‘s go get lost).
And never look back again (won‘t look back again).

(Mighty Oaks – Never Look Back)

Vermutlich hat jeder, der die Musikpresse der letzten drei Jahre verfolgt hat, schon einmal von der Band Mighty Oaks gehört. 2014 erschien ihr erstes Album „Howl“, mit dem das Trio viele mit ihrem unkomplizierten Indie-Folk begeisterte.

Nun haben sie ihr zweites Album „Dreamers“ veröffentlicht, das leider wenig von der Mühe erkennen lässt, die die drei für ihre Inspirationssuche auf sich genommen haben.

Der gebürtige Italiener Claudio Donzelli, Engländer Craig Saunders und der amerikanische Sänger Ian Hooper reisten jeweils an ihre Heimatorte zurück, um anschließend ins Studio nach Berlin zurück zu kehren und gemeinsam an dem neuen Album zu arbeiten. Begleitet wurden sie dabei von Filmemacher Andrew Saunderson, der daraus den sehr persönlichen Dokumentarfilm „Horsehead Bay“ machte.

Den Film schon vor Veröffentlichung des Albums online zu stellen, war ein sehr kluger Schachzug, denn als Teil der unzähligen Naturaufnahmen, Familienporträts, Lagerfeuerszenen und Studioeinblicke, funktionieren die Tracks weitaus besser als das Album selbst.

All I‘m ever gonna need / It‘s right outside / Oh, it‘s right in front of me“ singt Hooper im Opener „All I need“ und erinnert damit vor allem noch mit seiner rauchigen Stimme an das Vorgängeralbum. Denn das Songwriting ist genau wie bei dem folgenden Track „Be With You Always“, der auch wunderbar als Titelsong des nächsten Schweighöfer Films durchgehen würde, sehr viel simpler und poppiger. Nett, aber ohne Risiko. Das scheint auch die Idee der übrigen Songs zu sein.

Genau wie Mumford and Sons oder The Head and the Heart, verabschieden sich auch Mighty Oaks mit diesem Album von immer mehr Folkelementen, doch leider klingt es in ihrem Fall nicht nach Weiterentwicklung sondern nach wenig Ideenreichtum.

Wer jedoch zu denjenigen gehört, die das Debütalbum immer noch regelmäßig auflegen und längst die Karten für die anstehenden Konzerte zuhause liegen hat, wird sicher auch an „Dreamers“ Gefallen finden. Sympathie zählt eben auch noch und Spaß wird es sicher machen, an einem lauen Sommerabend zu „Higher Place“ die Hände in den Himmel zu strecken.

Mighty Oaks – Dreamers (2017)
VÖ: 24.März 2017, Vertigo Berlin
https://mightyoaksmusic.com
https://www.facebook.com/mightyoaksmusic/

 

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