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Veröffentlicht am 20.11.2017 | von Eva-Marie

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ANGEL OLSEN – Phases


Foto-© Kylie Coutts

Want to be special, something like your mother
Want to be someone else, not me, but another
Right here in this moment, I wish I could reach you
I’m just a vessel, far away, I see you
Too many like us, run out of the steeple
Guess you could say I lost some faith in people

(Angel Olsen – Special)

Wer bislang noch nicht Teil der Begeisterungswelle für Angel Olsen ist, kann auf Phases ein bisschen tiefer in ihre Musik tauchen. Die Platte versammelt B-Seiten, Bedroomrecordings und kleine Raritäten und bündelt so das einzigartige Talent dieser Musikerin. Insgesamt steht der Release ihre Debüt-EP Strange Cacti näher, da der LoFi-Sound ganz klar überwiegt.

Fly On Your Wall wurde während der Sessions zum Album My Woman aufgenommen und erschien im Rahmen von Our First 100 Days – einer Anti-Trump-Aktion, zu der viele Musiker*innen Songs beisteuerten und diese bei Bandcamp veröffentlichten. Es ist ein bedrückender Einstieg mit einer schrammlig angeschlagenen Akkustikgitarre: „I found a feeling inside, Or should I say it found me, I turned into someone I, Never imagined I’d be.“ Dieser eigenartig raue Sound bleibt auch bei der ersten Singleauskopplung Special erhalten und wird immer wieder durch ihre vielschichtige Stimme gebrochen.

Die Songs ähneln sich in ihre Nähe. Inspiriert durch das Musikvidoo zu Special sieht man Angel Olsen auf dem Teppich sitzen und nachdenklich aus dem Fenster schauen. Die Gitarre ruht auf dem Schoß, die Hände an den Saiten und ihr hängt ein Gespräch der letzten Tage nach. So scheinen die Songs zu entstehen. „Now, it’s all right“ singt sie und wir glauben ihr das auch. Sweet Dreams bricht dann mit der Ruhe des restlichen Albums und die Sängerin zeigt die Facetten ihre Stimme – mal brüchig, mal hoch, mal stark und mal ganz leise. Es wirkt wie ein Protestsong, einer der anprangert und Mut machen, wenn sie singt and the time will come for everyone.

Dann sind da wieder diese gemächlichen Singer/Songwriter-Momente, wie bei California, die sich klanglich klar in den 1960ern verorten lassen. Da fügen sich auch For You und How Many Disasters nahtlos an. Die Platte verrät viel darüber, wie die Songs entstehen und ist ein weiterer Beweis, wie nah Homerecordings und Lieder, die im Vorbeiziehen entstehen, sein können. Die Stücke wirken flüchtig, aber dennoch spenden sie Wärme und leben von den stimmlichen Spielereien und den wieder einmal entwaffnend deepen Texten.

Angel Olsen – Phases
VÖ: 10. November 2017, Jagjaguwar
www.angelolsen.com
www.facebook.com/angelolsenmusic

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