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Veröffentlicht am 11.12.2017 | von Sophia Sailer

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YEAH BUT NO – Yeah But No


Foto-© Anna K.O.

I hold it all back
I hold it all back for you

(Yeah But No – Hold It All Back)

Dass man sich 2017 nicht vor Electropop drücken kann, ist kein Geheimnis. Aber ob Yeah But No mit ihrem selbstbetitelten Debüt vielleicht doch noch die ein oder andere Unbekannte lüften, zeigt sich jetzt. Unerfahren ist das Duo nicht gerade: Der DJ und Produzent Douglas Greed aus Berlin hat sich bereits einen Namen in einem verwandten Genre gemacht. Doch mit dem Projekt wagt er sich in sanftere Gebiete, schließlich ist er ansonsten eher im Techno beheimatet. Den melancholischen Feinschliff verleiht Fabian Kuss samt Falsett, Gesangsausbildung und einem Haufen Erfahrung im Gepäck. Ein Sprung ins kalte Wasser ist Yeah But No für die beiden Musiker trotzdem nicht gerade, schließlich arbeiten sie schon seit Jahren zusammen, indem Kuss auf diversen Tracks von Greed nicht nur gefeatured wird, sondern auch schon zahlreiche Auftritte mit ihm gespielt hat. Dem Kind einen tatsächlichen Namen zu geben war also nur der letzte und wenig überraschende Schritt. Aber was ist anders?

Insgesamt hat das Duo deutlich an Tempo eingebüßt. Zwar erinnert zum Beispiel die Vorabsingle Sand noch ein wenig an frühere Zusammenarbeiten dank markantem, zügigen Beat, aber genauso finden sich auf dem Album auch Songs, deren musikalische Untermalung nahezu verschwindet hinter Kuss Stimme (Hold It All Back). Auf den meisten Titeln des Albums sind Yeah But No stilistisch allerdings stets zwischen The Acid – besonders in Leave The Dark – und Moderat anzusiedeln. Die Kühle der elektronischen Klänge, die Melancholie mit der Kuss seine Texte singt erinnern auch immer wieder an Sohn und man könnte diese Liste mit Sicherheit deutlich ausgiebiger gestalten. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack: So perfekt die Musik auch umgesetzt und produziert sein mag, sie schafft es nicht so richtig zu berühren oder einen aufgrund seiner Originalität zu begeistern.

Denn es stimmt, dass man 2017 um besagtes Genre nicht drum herum kam. Umso schwerer ist es, einen damit tatsächlich noch in seinen Bann zu ziehen. Yeah But No gelingt das leider nur bedingt.

Yeah But No – Yeah But No
VÖ: 10. November 2017, Sinnbus Records
www.facebook.com/yeahbutnomusic

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