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Veröffentlicht am 27.02.2018 | von Christian Weining

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SYML – The Hurt EPs

In my body I have a master
I bow down when she comes around
In my body I’m a disaster
I break down when you shake the ground

Every time I stand to leave my cage
In my broken body I stay

(SYML – Body)

Bei Brian Fennell alias SYML wird “Einfachheit” im doppelten Sinne großgeschrieben. Der studierte Pianist mit walisischen Wurzeln gibt sich mit dem Namen SYML (walisisch für simpel) nicht nur einen passenden Namen, auch seine Musik ist letztlich dem Prinzip der Simplizität verschrieben. Genauer bedeutet das bei ihm, dass er mit möglichst wenigen Mitteln und Hokus-Pokus versucht große Gefühle heraufzubeschwören. Auf seiner jüngst erschienenen Platte The Hurt EPs mit einer alten und einer neuen EP ist dies nun zu hören.

Seine wunderschöne Stimme, die er meist bis in alle Höhen ausreizt, unterstützt ihn dabei ungemein. Zwischen Fragilität und Superkraft legt oder schmettert sie Melancholie meist mit Piano oder Gitarre und Streichern in den stillem Raum hinein. Body, Where’s My Love oder Wildfire sind da direkt zu Beginn sehr eindrucksvoll und legen das Prinzip SYML offen: Simple Kompositionen, nicht viel schnick-schnack – zumindest im Vergleich mit den meisten seiner Zeitgenossen – und badewannenweise Tränen und Herzschmerz. Den Unterschied macht die Stimme und vielleicht auch das Pianospiel, das dann doch eben oft mehr ist als Akkorde halten. Und auch, wenn die Einfachheit das Rezept ist, sind die Stücke auskomponiert und man merkt, dass SYML ein studierter Musiker ist.

Dies hält ihn z.B. mit Ghosts jedoch leider nicht ab auch mal eine nervige Pop-Nummer zu produzieren. Immer wieder klingt etwas an, was an Pop-Stars wie Sam Smith erinnert, die gewiss keine schlechten Sänger sind, mit ihren unangenehmen Pop-Ohrwürmern jedoch nicht nur wohlwollend rezipiert werden müssen. Das ist schade, verschwindet aber auch immer wieder aus den Stücken. So kommen dann auch kleine Goldstücke zustande, wie ein Cover von Neil Young’s Harvest Moon oder die stille Angsthymne Fear Of The Water.

Nach 13 Stücken The Hurt EPs, ist das Herz und der Kopf schwer und so einige traurige Seiten des Lebens sind in den Texten an einem vorbei oder eher durch einen durchgegangen. Zum Durchhören, ohne zu versinken, wären einzelne EPs wohl besser gewesen. Und trotzdem hört man gerne bald wieder rein. Emotionen gehen dann doch noch am besten und das weiß SYML und perfektioniert es mit musikalischem Können und seiner einprägsamen Stimme. Ein bisschen weniger auf dem musikalischen Pfad der großen Pop-Stars würde SYMLs Musik an einzelnen Stellen vielleicht gut tun, doch wie nicht nur zuletzt immer mehr Einsätze seiner Musik in Serien zeigen: er berührt viele Menschen bis tief in die Haarspitzen. Und das soll er bitte gerne so weitermachen!

SYML – The Hurt EPs
VÖ: 12. Januar 2018, Nettwerk
www.symlmusic.com
www.facebook.com/SYMLMUSIC

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