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Veröffentlicht am 8.03.2018 | von Susan

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EDITORS – Violence

I got a little secret for you
It’s in a magazine
You got an image to keep safe
Bitten nails stay clean

(Editors – Magazine)

Wenn es jemand schafft, tief in das Innere anderer Menschen zu blicken und dabei das Beste von ihnen zum Vorschein bringt, dann handelt es sich um eine äußerst erfolgreiche Wahrsagerin auf dem Jahrmarkt… oder um die Band Editors, die mit ihrem mittlerweile sechsten Album Violence, das am 09. März erscheint, genau das schaffen.

Schon mit ihrer Gründung 2003, zeichnete sich die Erfolgsgeschichte der Musiker, damals noch Studenten der Stafford University, ab und 15 Jahre und 5 Studioalben später, bilden sie mittlerweile die Spitze der britischen Indieszene. Nicht unbegründet, wie man nun auch an Violence merkt. Auch hier gibt Frontmann Tom Smith, wie ein flinker Hase, die Richtung vor und verzückt gleich schon mit dem Opener Cold durch den großzügigen Einsatz seines raumfüllenden Bariton.

Durch den darauf folgenden Titeltrack kommt dann aber auch schnell wieder die Vorliebe für elektronische Klangerlebnisse zum Vorschein und die Musiker aus Birmingham beweisen hier, wie auch schon im Track Magazine, den es vorab zu hören gab, dass sie ein moderner elektronischen Pop-Act sind. Mit No Sound But the Wind wird es plötzlich sehr gefühlvoll, ein wichtiger und richtiger Schritt, um der Platte ein bisschen mehr abzuverlangen; fast unglaublich, dass der Song 2009 seinen ersten Auftritt in der Twighlight-Saga New Moon hatte und es nun doch noch auf eine LP der Briten geschafft hat. Mit dem letzten Song Belong wird man schließlich etwas unsanft von der Bühne der tiefen Einblicke und Bekundungen geworfen. All zu tief hatten Tom Smith und seine Bandkollegen in die Seelen der Hörerschaft geblickt und nachdem sie kurz davor waren diverse Lebensgeister, durch ihr umfassendes New-Wave und Post-Punk-Spektrum zu wecken, ist es plötzlich vorbei – vorbei das Gefühl eins mit den Interpreten zu werden.

Wie bei der Wahrsagerin auf dem Jahrmarkt, die nach einer kurzen Aufenthalt weiterzieht, um sich noch anderen armen Seelen zu widmen, hätte man sich ein klein wenig mehr Weitblick in die Zukunft erhofft. Die düsteren Texten und das altbekannten 80er-Jahre-Feeling der Synthesizer bleiben zwar zurück, gewagt haben sie dabei nicht wirklich sehr viel. Für die Fans allerdings genau die richtige Dröhnung Editors.

Editors – Violence
VÖ: 9. März 2018, PIAS
www.editorsofficial.com
www.facebook.com/editorsmusic

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