Kritik no image

Veröffentlicht am 14.03.2018 | von Susan

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MARIA MAGDALENA – Filmkritik

Das Reich Gottes wird sein wie ein Senfkorn, das eine Frau in ihrem Garten sät.

(Maria – Maria Magdalena)

Als erste weibliche Jüngerin der Gefolgschaft von Jesus (Joaquin Phoenix) gilt Maria (Rooney Mara) als eine der zentralen Figuren der Bibelgeschichte und als Sinnbild der starken weiblichen Rolle an der Seite eines mächtigen Mannes. Die moderne, junge Frau, kämpft schon damals gegen die Geschlechterrollen und Hierarchien ihrer Zeit, entschied sich gegen die Ehe und begegnete stattdessen, auf der Suche nach ihrem ganz persönlichen Lebensweg, Jesus von Nazareth und seinen Jüngern. Gemeinsam durchstreifen sie die Umgebung auf der Suche nach weiteren Anhängern, bis sie ihre spirituelle Reise schließlich nach Jerusalem bringt.

Regisseur Garth Davis erzählt in seinem neuesten Werk Maria Magdalena, passend zur aktuellen #MeToo-Bewegung, die Geschichte um Jesus und seine Jünger, aus der Sicht der ersten weiblichen Anhängerin: Maria. Er zeigt dabei auf, dass sie als starke Frau schon damals ein wahrhaftig modernes Portrait abgibt und nicht umsonst, als schillernde Figur dieser Zeit hervortritt. Dabei wird das Bild von der Suche nach der Lebensperspektive, aber nicht nur auf das weibliche Geschlecht ausgelegt, sondern lässt sich problemlos auf alle Menschen ausweiten. Denn die oft kontrovers betrachtete Figur der Sünderin, wird im Film die Rolle der Liebenden zugetragen, die, lässt man den religiösen Kontext außer acht, einfach nur ihrer Überzeugung folgt.

Joaquin Phoenix als Jesus verkörpert hier einen eher schwachen Heiligen, der durch seine Visionen zwar seine Gefolgschaft überzeugen kann, letztendlich als innerlich getriebene Seele aus der Geschichte geht. Und auch Maria lässt zwischen ihren starken Momenten immer wieder ihre Unsicherheit durchblicken. Dies rüttelt nicht nur an ihrer Glaubwürdigkeit, sondern sorgt bei dem Betrachter für lange Pausen, die es auszuhalten gilt. Wer allerding von vorneherein weiße Leinengewänder und weite Landschaftsbilder schätzt, kommt definitiv auf seine Kosten und schlussendlich bleibt Maria Magdalena eine gekonnte Neuinterpretation einer altbekannten Geschichte, die auch die, die der Bibel mächtig sind, eine Art Abwechslung bietet.

Mary Magdalene (USA 2018)
Regie: Garth Davis
Darsteller: Rooney Mara, Joaquin Phoenix, Chiwetel Ejiofor, Tahar Rahim
Kinostart: 15. März 2018, Universal Pictures Germany GmbH

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Über den Autor

Susan wohnt in Hamburg und wollte früher hauptberuflich Groupie werden, bis ihr ein Exfreund einen Song auf Myspace widmete. Der hat bis heute 200 Klicks. Von ihr.



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