Kritik

Veröffentlicht am 7.05.2018 | von Julius Tamm

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ISLE OF DOGS – Ataris Reise – Filmkritik

Dass Animationsfilme nicht nur etwas für Kinder sind, sondern alle Altersklassen begeistern können, hat schon Pixar mit seinen Filmen, wie Oben oder Alles steht Kopf, gezeigt. Doch bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 2018 feierte ein Animationsfilm Premiere, dessen Zielpublikum wirklich keine Kinder sind. Mit Isle of Dogs – Ataris Reise bringt Wes Anderson seinen zweiten Animationsfilm auf die Leinwand und verzaubert damit sein Publikum.

Japan, 20 Jahre in der Zukunft. Die Hunde der Stadt Megasaki City leiden unter einer Grippewelle, genannt Schnauzenfieber, und noch dazu sind die Einwohner*innen der Stadt über eine mögliche Flohplage besorgt. Als Lösung verabschiedet Bürgermeister Kobayashi (Kunichi Nomura) einen Beschluss, der alle Hunde der Stadt auf die nah gelegene Insel Trash Island verbannt. Nur ein Wissenschaftler und sein Team verteidigen die Hunde und versprechen ein Serum gegen die Krankheit.

Der erste Hund auf Trash Island ist Spots, der persönliche Leibwächter des Bürgermeistermündels Atari (Koyu Rankin). Sechs Monate nach der Verbannung macht sich Atari auf die Suche nach seinem Hund, kapert dafür ein kleines Flugzeug und legt eine Bruchlandung auf der Müllinsel hin. Dort wird er bewusstlos von einem Hunderudel, bestehend aus Rex (Edward Norton), Duke (Jeff Goldblum), Boss (Bill Murray), King (Bob Balaban) und dem Streuner Chief (Bryan Cranston) gefunden und gerettet. Nachdem Atari aufgewacht ist, einigen sich die Hunde darauf, ihm bei seiner Suche zu helfen. Selbst der unfreundliche Streuner Chief willigt ein und findet im Laufe der Geschichte eine immer größer werdende Bewunderung für den kleinen, zwölfjährigen Jungen.

Mit Isle of Dogs – Ataris Reise hat Wes Anderson ein atemberaubendes Bild-Epos geschaffen, wie es ähnlich schon in seinem letzten Film Grand Budapest Hotel zu sehen war. Der Wechsel zwischen Totalen und Nahaufnahmen und die Liebe zum Detail raubt den Zuschauer*innen bei jeder Szene erneut den Atem und lässt sie förmlich in der Leinwand versinken. Hand in Hand mit Andersons Bildsprache arbeitet auch der Sound des Films. Dumpfe Trommeln, die den Saal beben lassen, gefolgt von einer gepfiffenen Melodie, die unter die Haut geht, ergänzen die visuellen Highlights und machen sie noch beeindruckender. Die Wahl der Synchronsprecher*innen ist das i-Tüpfelchen, denn Bryan Cranston als Chief und Greta Gerwig als Tracy füllen ihre Charaktere perfekt mit Leben und treffen genau den Ton, den dieser Film braucht. Einziger Makel dieses Films ist ein sehr schwaches Frauenbild. Mit Tracy als einzige starke, weibliche Figur in einer sonst von Männer dominierten Welt ist noch Luft nach oben.

Isle Of Dogs – Ataris Reise
Regie: Wes Anderson
Sprecher (im Original): Bob Balaban, Jeff Goldblum, Scarlett Johansson, Kunichi Nomura, Tilda Swinton, Ken Watanabe, Akira Ito, Greta Gerwig, Akira Takayama, Frances McDormand
Kino-Start: 10. Mai 2018, Twentieth Century Fox

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Über den Autor

Seit 2017 Masterstudent für Medienentwicklung in Darmstadt. Schreibt für bedroomdisco, FRIZZ Darmstadt und im Moment für die Frankfurtert Rundschau.



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