Kritik no image

Veröffentlicht am 7.11.2018 | von Dominik

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AUFBRUCH ZUM MOND – Filmkritik

Das wird ein Abendteuer!

(Buzz Aldrin – Aufbruch zum Mond)

Der junge amerikanisch-französische Drehbuchautor und Filmregisseur Damien Chazelle hat sich in kürzester Zeit durch seine beiden Filme Whiplash und La La Land einen ausgezeichneten Ruf als Restaurateur des großen Kinofilms gemacht. Kein Wunder, dass er nun nach den Sternen greift, im doppelten Sinne, stellt er doch mit seinem neusten Werk Aufbruch zum Mond die erste Mondlandung in den Mittelpunkt der Handlung!

Neil Armstrong (Ryan Gosling) ist ein zielstrebiger junger Pilot und Vater. Als seine junge Tochter stirbt und seine Karriere zu stagnieren droht, bewirbt er sich kurzerhand bei der NASA, die gerade inmitten des Wettstreits mit der Sowjetunion alles dran setzt, um als erstes auf dem Mond zu landen. Doch das amerikanische Raumfahrtprogramm erlebt immer wieder Rückschläge und wird auch von Politik und Bevölkerung immer kritischer gesehen. Der Druck treibt die Handelnden zu immer waghalsigeren Missionen, muss man nun doch endlich liefern. Und Armstrong wird letztlich der erste Mensch, der den Mond betritt.

Das Dreamteam Damien Chazelle und Ryan Gosling ist ja schon direkt eine Steilvorlage für solch ein ambitioniertes Projekt wie die Verfilmung der Lebensgeschichte des ersten Menschens auf dem Mond. Doch damit nicht genug. Entlang der persönlichen Geschichte streift und verwebt Chazelle auch noch die familiären Probleme, den unnahbaren Charakter und die hochgejazzte Stimmung während des kalten Krieges miteinander.

Eine Mammutaufgabe, die in der langen Laufzeit des Films mündet, der jedoch keinesfalls aufgebläht oder überladen wirkt. Stattdessen versteht er es immer wieder die Spannung anzuziehen und sich daraufhin wieder mehr Zeit für Emotionen und die Charakterzeichnung zu lassen. Gosling glänzt mit einem zurückhaltendem, aber kraftvollen Spiel als introvertierter Astronaut, der sich nur auf seine Arbeit und Fakten konzentriert und der selbst auf dem Mond nicht von Euphorie übermannt wird. Die großartige Newcomerin Claire Foy hingegen sorgt für die Gefühle und dafür, dass der Film nicht zu einem einfachen Abhandeln der Fakten wird. Und auch ansonsten passt der Cast bis in die letzte Nebenrolle perfekt. Außerdem tappt Aufbruch zum Mond zum Glück nicht in die große Patriotismus-Falle. Alles in Allem ein großer Film, das nächste Glanzstück von Chazelle und einer der besten Filme, wenn nicht der beste Film des Jahres! Oder eben einfach ein ganz großes (Kino-)Abendteuer!

First Man (USA 2018)
Regie: Damien Chazelle
Darsteller: Ryan Gosling, Claire Foy, Lukas Haas, Corey Stoll, Pablo Schreiber, Jon Bernthal, Kyle Chandler
Kinostart: 8. November 2018, Universal Pictures International Germany

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Über den Autor

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