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Veröffentlicht am 23.01.2019 | von Sara Lingstädt

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THE TWILIGHT SAD – It Won/t Be Like This All the Time

The Twilight Sad Cover
Foto-Credit ©Debi Del Grande

„I dunno who to trust,
Don’t let me do my worst,

I don’t know who to trust,
Running away doesn’t feel so bad,
No running away doesn’t feel so bad.“

 (The Twilight Sad – VTr)

Wer The Cure mag, wird The Twilight Sad lieben. So oder so ähnlich könnte man diese schottische Indie-Rock Band anpreisen für Musikliebhaber*innen, die sie noch nicht kennen. 2003 wurde The Twilight Sad von James Graham und Andy MacFarlane gegründet. Gitarre, Bass und Drums dazu Synthiesound, wo der Joy Division Vergleich schon nahe liegt. 15 Jahre und 5 Alben sind seitdem vergangen. Die Welt hat sich seitdem allein gesellschaftspolitisch verändert und daher ist der neue Albumtitel „It Won/t Be Like This All The Time“ vielleicht ein Bezug auf den Zeitgeist. Doch im Fall der schottischen Band gibt es auch einen ganz persönlichen Fall, der große Auswirkungen hatte: sie mussten miterleben wie Scott Hutchison, Sänger von Frightened Rabbit vor seiner schweren psychischen Krankheit kapitulierte. Er beging Selbstmord im Mai 2018. Als letzten Nachruf spielen The Twilight Sad seitdem auf Tour den Frightened Rabbit Song „Keep Yourself Warm“ meistens am Ende ihres Live-Sets.

Entscheidend für die Entstehung des neuen Albums war aber auch ein anderer Umstand: eine Welt-Tour in den großen Hallen als Vorband von The Cure. „Ein Traum wird wahr“-Moment – wahrscheinlich für Twilight Sad, aber sicher auch für viele Fans der beiden Bands. Es ist nicht zu leugnen, dass im 5. Album nun Synthie-Sounds und ein stärkerer Dark-Wave-Touch ihre Spuren hinterlassen haben. Wie in „VTr“ oder „Sunday Day 13“. Gleichzeitig gibt es aber auch Post-Punk-Hits wie „Shooting Dennis Hopper Shooting“, das gleichzeitig auch einer der besten Songtitel überhaupt ist. Dann wäre da auch die Vorabsingle „I/m Not Here [Missing Face]“ von der man schon nach dem ersten Hören gefangen ist und die ganze Zeit mitsingen will: I don’t wanna be around you anymore. Der Song geht 5:38, also ist er kein klassischer 3-Minuten-Hit. Und dennoch ist der Sound so verdichtet und die Hookline so schlau platziert, dass man ihn nicht los wird. In der Single geht es darum, dass Frontmann James Graham immer wieder versucht ein guter Mensch zu sein und dabei aber ständig das Gefühl hat diesem eigenen Anspruch nicht gerecht zu werden. Man möchte ihm am liebsten zurufen: deine Songs sind toll also bist du toll, mach dir keine Sorgen!

Zwar ist der Begriff Authentizität in Kritiken immer etwas überstrapaziert, aber wenn man das neue Album hört, dann kann man mitfühlen: They mean it.  Dieses Album ist melancholisch, lebhaft, eingänglich und einfach schön – also ideal als Soundtrack für längere Abende mit Freunden in Bars oder auch Zugstrecken einmal quer durch Deutschland, aber auch gerne durch Schottland. Und nicht vergessen was Robert Smith einst sagte: “[The Twilight Sad] are the best band playing the best songs – consistently brilliant, emotional, intense, inspiring, entertaining.”

The Twilight Sad – It Won/t Be Like This All the Time
VÖ: 18. Januar 2019, PIAS / Rock Action Records (Rough Trade)
http://thetwilightsad.com/
https://www.facebook.com/thetwilightsad/

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