Kritik

Veröffentlicht am 22.02.2019 | von Tobias

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GIRL – Filmkritik

Ein neues Leben fängt an. Ein großer Augenblick für die Familie. 

(Laras Vater – Girl)

Lara (Victor Polster) ist 15 Jahre alt und hat nur einen Traum: Sie will Balletttänzerin werden. Als sie an einer renommierten Schauen unter Vorbehalt angenommen wird, kommt sie diesem Traum ein großes Stück näher. Doch neben dem Ballett hat die junge Frau noch einen anderen Kampf zu führen. Sie ist im Körper eines Jungen geboren und steht kurz vor ihrer Geschlechtsumwandlung. Ihr Vater unterstützt sie und begleitet sie bei jedem Schritt, genau wie Psychologen und Ärzte. Doch das Leben als Ballerina fordert alles von Lara ein und zwingt sie schließlich zur Selbstkasteiung. Ihre Operation steht auf dem Spiel und Lara muss eine folgenschwere Entscheidung fällen.

Girl war einer der meist diskutiertest Filme bei den Filmfestspielen in Cannes. Kein Wunder, hat der Film doch wirklich viel zu bieten und stellt ein sehr intimes Portrait über Transsexualität dar und stellt eines der Kinohighlights des letzten Jahres dar. Seit heute nun, kann man den Film auch im Heimkino genießen.

Zunächst einmal steht die schauspielerische Leistung von Victor Polster an vorderster Stelle. Der Film steht und fällt alleine mit seiner Darstellung der innerlich zerrissenen Lara, die nicht nur mit ihrem Körper, sondern auch mit den Impulsen der Pubertät zu kämpfen hat. Der Kunstgriff, den Film in das Milieu des Ballets zu verlegen, passt hervorragend und verdeutlicht diesen inneren Zwiespalt perfekt.

Bei der Thematik der Transsexualität kommt es leider des Öfteren vor, dass mit Klischees nur so um sich geworfen wird. Vieles konstruiert wirkt und dadurch für den unwissenden Zuschauer eher abschreckend wirkt. Regisseur Lukas Dhont umschifft diesen Umstand gekonnt, nähert sich seinen Figuren sehr liebevoll und lässt auch Platz für eigene Gedanken.

Girl ist kein leichter Film und wirkt lange nach. In seiner kompletten Machart aber sehr liebevoll, künstlerisch perfekt und durchaus sehenswert. Anspruchsvolles Kino in einer seiner besten Formen.

Regie: Lukas Dhont
Darsteller: Victor Polster, Arieh Worthalter, Oliver Bodart
DVD-VÖ: 22.Februar 2019, Universum Film GmbH

 

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