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Veröffentlicht am 11.03.2019 | von Christian Weining

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TALOS – Far Out Dust

You needed love, I needed water
We call the kindness off
You keep it all, I keep the covers
‚Til we burn down the home
I leave a war, you leave it open
I leave the carve out the stone

(Far Out Dust – Talos)

Es sind tosende Stürme, brechende Wellen und eiskalte Nachthimmel die Talos in seinem neuen Album Far Out Dust heraufbeschwört. Von Haus aus Architekt versucht der Ire Eoin French auch musikalisch auf seiner neuen Platte gigantische Gebäude zu bauen, die von Struktur und Komposition durchdrungen sind.

Dazu benutzt er alle Mittel, die für die Idee von epischen Soundgerüsten heute zur Verfügung stehen. Von zarten Pianoakkorden, über strahlende Bläsersätze, bis hin zu einschlagenden 80s Synthiemelodien à la CHVRCHES bedient sich French an jeglichem Material. 

 Seine Stimme behält dabei trotzdem immer die Oberhand, was auf seinem Vorgängeralbum Wild Alee nicht unbedingt der Fall war, aber nun gut funktioniert.

Er versucht sich damit einmal mehr in die Reihe von Bon Iver, SYML & Co. einzureihen. Hochgradig melancholisch und episch und lyrisch immer mit dem Blick auf die Bergmassive der großen Gefühle: „They fall at the heave of violence. Breaking the scene with silence. Breach it and reach the wildness.“ (The Flood) Es geht um Licht und Dunkelheit, um Schmerz und Befreiung. 

Einige Stücke orientieren sich dabei sehr am kommerziellen Pop der Zeit wie 2AM oder Let Go, andere wiederum, wie Boy Was I Wrong, The Light Upon Us mit einem schönen Interlude oder Dawn, The Front, sind fast schon zu theatral und stellenweise experimentell für die große Masse. 

Man kann sich von der Musik nicht begeistern lassen, wenn man die großen Gefühle, bzw. den emotional-frontalen Umgang damit scheut aber umso mehr, wenn man sich gerne Berauschen lässt von cineastischen Szenerien und sich diese in einem Art Polar-Universum ausmalt.

Vielleicht würde manchmal noch mehr rüberkommen, wenn French nicht so viel Aufladen würde. Die 45 Minuten können hier schnell zu viel werden, auch wenn die vielen ruhigen Parts sehr wohltuend sein können. Live kann diese Klangarchitektur sicherlich ziemlich beeindruckend sein. Hoffentlich baut Talos dann jedoch nicht noch größer.  

Talos – Far Out Dust
VÖ: 8. Februar 2019, Bmg Rights Management
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