Musiknews

Veröffentlicht am 21.05.2019 | von Dominik

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MAIFELD DERBY FESTIVAL – unsere Tipps aus dem Line-Up

Foto-© Florian Trykowski

Schon im neunten Jahr pilgern wir Mitte Juni nach Mannheim zu einem unserer absoluten Lieblingsfestivals im Sommer – dem Maifeld Derby Festival! Und das nicht nur, weil wir alljährlich die Crew der Parcours-Bühne stellen, sondern hauptsächlich aufgrund der auf dem Festival großen Anzahl an musikalischen Highlights, wie Geheimtipps und Lieblingsbands. Und da macht dieses Jahr auch keine Ausnahme und ist umso mehr Pflichttermin, da die Festivalmacher ja schon vor einigen Wochen angekündigt haben in 2020 eine Auszeit nehmen zu wollen. Doch Festivals sollte man nehmen, wie sie fallen – drum freuen wir uns erstmal auf den 14. – 16. Juni und sagen euch, auf welche Bands wir uns dieses Jahr mal abgesehen von den naheliegenden Headliner-Namen besonders freuen!

SLEAFORD MODS

Aus der britischen Musikszene sind diese beiden Exzentriker kaum mehr wegzudenken, sind ihre musikalisch limitierten Songs doch durchgängig politisch aufgeladen und mit stoischer Wut im Bauch vorgetragen. Das fünfte Studioalbum der Sleaford Mods ist in Form von Eton Alive gerade erst auf dem eigens von der Band gegründeten Label erschienen und zeigt weiterhin, was alles schiefläuft im Kingdom, auf der Welt und bei den Menschen. Großes Kino.

JORDAN RAKEI

Auch der Wahl-Londoner Jordan Rakei kommt zum Festivalstart perfekt mit seinem dritten Album Origin, das am 14. Juni via Ninja Tune erscheint, ums Eck. Die Melodien darauf sind heller, der Klang größer und die Vision dahinter konkreter, nämlich inspiriert von dystopischen Zukunftsvisionen, wie Charlie Brookers Black Mirror, Margaret Atwoods The Handmaid’s Tale und David Lynchs Twin Peaks„Ich befürchte, dass wir auf lange Sicht das Gefühl der Verbundenheit miteinander verlieren.“, erklärt Jordan, auf dessen Album viele der Songtexte das technologische Wachstum erforschen und wie es unser Bewusstsein für Menschlichkeit beeinflusst. Wir sind besonders gespannt auf diesen spannenden Act, der perfekt die Brücke zwischen Indie, Soul, elektronischen Einflüssen und Pop schlägt.

KEVIN MORBY

Alles andere als ein Newcomer oder Geheimtipp – aber schon seit Wochen ist das neue Album Oh My God des sich immer mehr zum Kultmusiker manifestierenden US-Amerikaners bei uns auf Dauerrotation. Drum kommen wir auch nicht umhin auch hier unsere Vorfreude noch mal ausdrücklich mitzuteilen. Dabei ist das neue Morby-Album eine Art doppeltes Konzeptalbum, beschäftigt es sich doch mit dem Künstler als spirituelles Wesen und lebt im Himmel, über dem Wetter, nirgendwo und überall gleichzeitig.

AMYL AND THE SNIFFERS

Verrammelt die Fenster, sichert die Türen und schaltet alle Lichter aus! Es zieht ein Sturm auf – ein Sturm aus Energie, Wut und Punk. Räudig, dreckig, streitlustig und voller Tatendrang. Im Zentrum des Monsuns: Amyl and the Sniffers! Das Quartett um das charismatische Energiebündel in Form von Frontfrau Amy Taylor braut ihren eigenen wilden Mix aus Einflüssen von AC/DC, über Cosmic Psychos, Dolly Parton und Die Antwoord zu ihrem eigenem heißen Scheiß zusammen – und nun kommen die vier Australier mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum nach Mannheim um dort das Festival in Schutt und Asche zu legen! Wir liebens!

SNAIL MAIL

Gitarrenmusik war ja zuletzt länger in der Versenkung verschwunden, wurde aber zuletzt durch diverse spannende Indie-Damen wiederbelebt. Sei es Lucy Dacus, Julien Baker, Phoebe Bridgers, Courtney Barnett…oder eben auch das Projekt der US-Amerikanerin Lindsay Jordan, die mit noch nicht mal 20 Jahren letztes Jahr ihr Debütalbum Lush vorlegte und darauf lauter kleine Coming-Of-Age-Indie-Perlen aneinanderreihte.

IDER

Das Nord-Londoner Duo Ider ist schon seit bald sechs Jahren zusammen umtriebig und arbeiten gerade auf den Höhepunkt ihres Schaffens hin: das lang erwartete Debütalbum von Megan Markwick und Lily Somerville. Dieses wird am 19. Juli in Form von Emotional Education via Glassnote erscheinen und befasst sich mit Themen wie Angstzustände, psychische Verfassung und dem allgemeinen menschlichen Befinden, gehüllt in elastischen Beats eines elektronischen, wie frischen Pop-Entwurfs!

NIKLAS PASCHBURG

Nachdem letztes Jahr mit Nils Frahm einer der Pioniere der hiesigen Neoklassik-Szene zu Gast beim Maifeld Derby war, wird das Genre dieses Jahr durch Niklas Paschburg repräsentiert. Der melodischer Mix aus sanften Klavierklängen und Elektro-Schleifen des Hamburger Pianists, Komponists und Produzents erinnert dann eben auch an Nils Frahms, Kiasmos und Peter Broderick. Dabei bewegt er sich in der Grauzone zwischen analoger und elektronischer Musik und schraubt sich oft von minimalistischen Klaviermelodien mit Loops und Samples hoch zu komplexen Songkonstrukten. Für Ende des Jahres hat er ein neues Album angekündigt, die erste Kostprobe daraus gibt es schon in Form der neuen Single Blooming (in C Minor), die als Spiel mit J.S. Bachs Prelude In c-Moll, BWV 847 entstand.

TOMBERLIN

Das Debütalbum At Weddings von Tomberlin ist ein kleiner Geheimtipp, der vielleicht letztes Jahr dem ein oder anderen entgangen ist. Dabei schreibt die 23-jährige US-Amerikanerin Sarah Beth Tomberlin ihr Songs mit der Klarheit und Weisheit einer Künstlerin, die weit ihrem Alter hinauseilt. Im tiefsten Süden bei als Tochter eines Baptistenpastors aufgewachsen, fing Tomberlin früh an nicht nur ihren Glauben, sondern ihre Identität, ihren Zweck und ihren Platz in der Welt zu hinterfragen. Die Musik brachte die Erleichterung und Klarheit sich endlich ausdrücken zu können. Mit 19 Jahren schrieb sie ihren ersten Song, ein Jahr später war ihr Debütalbum fertig. Irgendwo zwischen Julien Baker und Phoebe Bridgers – ein Album über Selbstliebe und Liebe anderen gegenüber, großer Inhalt in oft einfachem Gewand, dabei aber nicht weniger schön. Eher wunderschön!

BLACK SEA DAHU

White Creatures – das Debütalbum von Black Sea Dahu – ist genau die Art von Platte, die deine innere Architektur neu ordnet und die dich letztendlich die Welt und dich selbst in einem neuen Lichte betrachten lässt. Hört man rein, begibt man sich im Grunde auf die Suche nach einer Vision, betrachtet man eine Darstellung menschlicher Verfassung, gleich einem Röntgenbild, so wie Sängerin und Songwriterin Janine Cathrein sie erlebt. Die gesamte Reise – denn danach fühlt es sich an – ist eine kiesige und staubige, aber reich orchestrierte und filmische Lesart urbaner Folk-Ästhetik. Die Arrangements, durchweg riesig, unterstützen und verstärken das sorgsam abgestimmte und emotional getränkte Songwriting – so wie man es eigentlich eher von Künstler_innen mit umfangreichem Œ vre erwarten würde. Black Sea Dahu dagegen startet gerade erst. Aber wie – ausverkaufte Touren, Preise, Nominierungen…wir sind Fans!


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